Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Bezeichnung Flachzange von AfD-Chefin Alice Weidel zurückgewiesen. In einem RTL-Interview äußerte er sich zu politischem Umgangston und seiner Regierungsarbeit. Merz betont Respekt, räumt aber auch eigene scharfe Äußerungen ein.
Kritik an Weidels Sprache und eigener Ton
"Das muss Frau Weidel selber wissen, ob sie sich diesen Sprachgebrauch aneignet", sagte Merz der Sendung „Am Tisch mit Merz“ von RTL am Donnerstag.
Gerade angesichts des Hasses und der Wut in sozialen Medien sollten Politiker respektvoll miteinander umgehen, so Merz. Er selbst schenke seinen politischen Gegnern zwar "auch nichts", bemühe sich aber darum, sie "nicht persönlich herabzusetzen". In der Sache könne man "hart miteinander streiten" und sich auch "was um die Ohren hauen".
Eingeständnis und Verweis auf frühere Beziehungen
Auf die Erinnerung an seine Wahlkampfäußerung zu Olaf Scholz, dieser könne es nicht, räumte Merz ein: „Das muss ich mir auch vorhalten lassen. Und das ist auch legitim.“
"Ich bin zweimal Oppositionsführer gewesen. Ich habe mit Gerhard Schröder und mit Olaf Scholz jedes Mal ein persönlich gutes Verhältnis gehabt“. „Wir haben vernünftig miteinander geredet, wir haben das nie geheim gehalten. Das ist mein Stil, und den möchte ich auch gern beibehalten.“
Verteidigung der Regierungsarbeit
Mit Blick auf seine Beliebtheitswerte im Vergleich zu Scholz und Merkel verteidigte Merz seine Arbeit. „Olaf Scholz hatte eine Regierung, die ihm nicht mehr gefolgt ist. Und diese Regierung ist gescheitert“.
Er wolle versuchen, "mit der Regierung, die ich führe, das Gegenteil zu beweisen, dass wir erfolgreich miteinander arbeiten können". Seine Regierung zusammenzuhalten, sei das Ziel, "damit wir das Beste für dieses Land miteinander erreichen".