Im Jahr 2025 sind in Deutschland 2.832 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen. Das waren 62 Getötete mehr als 2024 und nahezu so viele wie 2023, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) nach endgültigen Ergebnissen mit. Zugleich erreichte die Zahl der Schwerverletzten den niedrigsten Stand seit Beginn der getrennten Erfassung 1991, während die Gesamtzahl der Unfälle leicht stieg.
Im Straßenverkehr wurden 2025 rund 371.000 Menschen verletzt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilte. Rund 322.000 Menschen wurden leicht verletzt (+2,4 Prozent), rund 49.200 schwer (-2,9 Prozent). Die Zahl der Schwerverletzten sank damit auf den niedrigsten Wert seit Beginn der getrennten Erfassung von Schwer- und Leichtverletzten im Jahr 1991. Durchschnittlich starben 2025 jeden Tag acht Menschen infolge eines Unfalls im Straßenverkehr, 135 trugen schwere und 882 Menschen leichte Verletzungen davon.
Mehr Unfälle, weniger Schwerverletzte
Die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Unfälle lag 2025 mit rund 2,52 Millionen knapp über dem Niveau von 2024 mit 2,51 Millionen (+0,4 Prozent), so Destatis. Bei 2,22 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden (+0,1 Prozent), bei 297.000 Verkehrsunfällen wurden Menschen verletzt oder getötet (+2,3 Prozent). Langfristig betrachtet geht die Zahl der Unfallopfer im Straßenverkehr stark zurück: 1995 wurden demnach noch rund 9.500 Menschen bei einem Unfall getötet und über 500.000 verletzt.
Die Zahl der Unfälle, bei denen mindestens eine unfallbeteiligte Person alkoholisiert war, lag 2025 mit 34.800 leicht unter dem Vorjahreswert (-1,0 Prozent), teilte Destatis mit. Durchschnittlich kam es auf Deutschlands Straßen alle 15 Minuten zu einem Alkoholunfall. Insgesamt starben 2025 bei Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit Alkohol 170 Menschen, 17.900 Menschen wurden verletzt. Da Unfälle nicht immer auf nur einen einzigen Grund zurückgeführt werden können, würden häufig mehrere Unfallursachen angegeben, so Destatis weiter. „So gehen Alkoholunfälle häufig auch mit anderem Fehlverhalten einher, etwa mit zu schnellem Fahren oder dem Missachten der Vorfahrt“, hieß es.
Landstraßen besonders gefährlich
Wie in den Vorjahren ereigneten sich die meisten polizeilich registrierten Unfälle innerorts: 2025 waren es rund drei Viertel (74 Prozent), so Destatis. Hier war auch die Zahl der Verletzten besonders hoch: Rund zwei Drittel aller Verletzten (66 Prozent) wurden bei Unfällen innerhalb von Städten und Dörfern verletzt, rund ein Viertel (26 Prozent) auf Landstraßen und knapp ein Zehntel (8 Prozent) auf Autobahnen.
Die meisten Verkehrstoten waren auch 2025 dagegen außerorts zu beklagen. Als Gründe nannte Destatis unter anderem die höheren Fahrgeschwindigkeiten außerhalb von Ortschaften. Auf Landstraßen kämen weitere Risikofaktoren wie die fehlende Trennung zum Gegenverkehr, schlechte Überholmöglichkeiten oder ungeschützte Hindernisse wie Bäume neben der Fahrbahn hinzu. 56 Prozent der bei Unfällen im Straßenverkehr Getöteten kamen auf Landstraßen ums Leben, innerorts waren es 34 Prozent und auf Autobahnen 10 Prozent.
In absoluten Zahlen starben bei Unfällen auf Landstraßen 2025 insgesamt 1.580 Personen, rund 96.500 Menschen trugen Verletzungen davon. Die meisten von ihnen waren mit dem Pkw unterwegs: 54 Prozent aller Getöteten und 67 Prozent aller Verletzten auf Landstraßen waren Pkw-Insassen. Auf Autobahnen verloren 292 Menschen ihr Leben infolge eines Verkehrsunfalls. Darunter waren 177 Pkw-Insassen, 59 Insassen von Güterkraftfahrzeugen (zum Beispiel Lkw, Sattelzugmaschinen oder Kleintransporter) und 34 Fahrer von Krafträdern.
Besonders gefährdete Gruppen: Radfahrende, Kinder, Senioren
Innerhalb von Ortschaften findet laut Destatis der größte Teil des Rad- und Fußgängerverkehrs statt. Dies wirke sich auf die Unfallzahlen aus: 2025 starben innerorts 960 Menschen bei Verkehrsunfällen. 63 Prozent von ihnen waren mit dem Fahrrad (285 Getötete) oder zu Fuß (317 Getötete) unterwegs. 42 Prozent der innerorts auf Fahrrädern Getöteten kamen auf dem Pedelec, häufig auch als E-Bike bezeichnet, ums Leben (119 Getötete), etwas mehr als die Hälfte (58 Prozent) auf einem Fahrrad ohne Elektroantrieb (166). Auch E-Scooter-Unfälle seien ein überwiegend innerörtliches Phänomen: 26 der insgesamt 33 Menschen, die 2025 mit dem E-Scooter tödlich verunglückten, kamen innerhalb von Ortschaften ums Leben. Ihr Anteil an allen innerorts Getöteten blieb mit 2,7 Prozent aber vergleichsweise gering.
Nach wie vor ist nach Angaben von Destatis überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache für tödliche Verkehrsunfälle. 29 Prozent der Verkehrstoten und 13 Prozent aller Verletzten kamen 2025 bei Unfällen zu Schaden, bei denen mindestens eine beteiligte Person die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatte oder für die Straßen- oder Witterungsverhältnisse zu schnell fuhr (812 Getötete, 48.700 Verletzte). Bei jeweils 15 Prozent der Unfälle mit Personenschaden wurde einer beziehungsweise einem Unfallbeteiligten vorgeworfen, den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht eingehalten oder die Vorfahrt nicht beachtet zu haben.
Besonders auf Autobahnen ist zu schnelles Fahren eine der Hauptunfallursachen. 42 Prozent der Getöteten auf Autobahnen kamen bei Geschwindigkeitsunfällen ums Leben (124 Getötete). Auf Landstraßen waren es 34 Prozent der tödlich Verunglückten (532 Getötete), innerorts lag der Anteil bei 16 Prozent (156 Getötete).
Im Jahr 2025 starben 74 Kinder unter 15 Jahren infolge eines Verkehrsunfalls, im Jahr 2024 waren es 53 gewesen, so die Statistiker weiter. Die Zahl der verletzten Kinder lag 2025 bei rund 29.200 (+7,3 Prozent). Das bedeutet, dass im Schnitt alle 18 Minuten ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt wurde. 31 Kinder kamen als Insassen eines Pkw ums Leben, 22 waren zu Fuß und 13 mit dem Fahrrad unterwegs.
Die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Senioren ab 65 Jahren stieg 2025 auf 56.100 (+4,6 Prozent), wie Destatis mitteilte. Auch die Zahl der Getöteten stieg in dieser Altersklasse gegenüber dem Vorjahr, und zwar um 14 auf 1.115 Personen. Damit waren 39 Prozent der Verkehrstoten 2025 im Alter ab 65 Jahren. Die meisten Senioren (414) kamen als Pkw-Insassen ums Leben. Mit einem Pedelec verunglückten 148 Senioren tödlich, 138 mit einem Fahrrad ohne Motor.
