Ex-SPD-Chef Martin Schulz hält die Zeit der Sozialdemokratie in Deutschland trotz derzeitiger Schwierigkeiten nicht für beendet. In einem Interview betont er, die Sozialdemokratie richte sich nicht nach kurzfristigen Umfragen, sondern nach grundlegenden Prinzipien wie Gerechtigkeit, Respekt und Toleranz. Zugleich fordert er mehr europäische Souveränität gegenüber den USA und kritisiert die Politik des amerikanischen Präsidenten im Konflikt mit dem Iran scharf.
Sozialdemokratie orientiert sich an Prinzipien
Ex-SPD-Chef Martin Schulz glaubt nicht an ein Ende der Sozialdemokratie in Deutschland. „Die Idee der Sozialdemokratie orientiert sich ja nicht an Meinungsumfragen vom vergangenen Sonntag“, sagte er dem WDR. „Sie orientiert sich an Prinzipien.“
Dabei gehe es nach seinen Worten unter anderem um das Prinzip, dass der Reichtum sowohl in Deutschland als auch in Europa und weltweit falsch verteilt sei und gerechter verteilt werden müsse. Schulz sagte dem WDR: „Ich rate meiner Partei dazu – und ich selbst kämpfe dafür – dass wir die Idee von Gerechtigkeit und von Respekt und Toleranz nach wie vor als das wesentliche Element unserer Arbeit betrachten.“ Dann werde man nach seiner Überzeugung auch wieder Vertrauen gewinnen.
„In komplizierten Zeiten“: Kritik an US-Präsident
Schulz räumte ein, dass man „in komplizierten Zeiten“ lebe. Mit Blick auf steigende Kraftstoffpreise sagte er dem WDR: „Dass an den Spritsäulen die Preise nach oben gehen, ist auf den irrsinnigen Beschluss eines amerikanischen Präsidenten zurückzuführen, den Iran so anzugreifen, dass die die Straße von Hormus blockieren.“
Man müsse den Leuten die Wahrheit sagen, so Schulz weiter. Nötig sei ein Stück europäische Souveränität, um sich „gegen diesen Mann im Weißen Haus zu wehren und sich von ihm abzusetzen“. Das kapiere jeder, sagte Schulz dem WDR. „Muss man nur so sagen“, so Schulz.
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