Luigi Pantisano, Vorsitzender der Linken, übt scharfe Kritik am vom VW-Aufsichtsrat gebilligten Zukunftsplan 2030. Er wirft dem Konzern vor, Beschäftigte für Renditeziele zu opfern und fordert stattdessen Investitionen in zukunftsfähige Produkte.
Kritik an Renditefokus und Entlassungen
"VW opfert seine Beschäftigten für die Rendite", sagte Pantisano dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Das ist kein Zukunftsplan, das ist respektlos gegenüber den Kollegen und Kolleginnen."
Die Eigentümer hätten das Renditeziel auf neun Prozent angehoben, gleichzeitig Werke geschlossen und Zehntausende entlassen. Dieses Verhalten ekele ihn an, so der Linken-Chef. VW müsse niemanden entlassen, da der Konzern über Gewinnrücklagen von 155 Milliarden Euro verfüge.
Forderungen an VW und Kritik an SPD
Pantisano forderte Standort- und Arbeitsplatzgarantien für alle Mitarbeiter sowie den Stopp von Auszahlungen an Aktionäre. Zudem mahnte er Investitionen in zukunftsfähige Produkte an.
Er beklagte, dass die SPD unter Niedersachsens Ministerpräsidenten Olaf Lies das Entlassungsprogramm mittrage. Das zeige „dass die Sozialdemokraten sich von jedem Anspruch einer Arbeiterpartei verabschiedet haben“, so Pantisano. Auch das Agieren der IG Metall verunsichere ihn, da er zuletzt starke Kritik am Plan wahrgenommen habe.
Appell für zukunftsfähige Produkte
Aus seinem Heimatort Waiblingen wisse er, was es für die Sicherheit der Menschen bedeute, wenn ein Unternehmen schließe, erklärte Pantisano. Ganze Regionen würden wirtschaftlich abrutschen.
Das Geld, die Beschäftigten und die Werke müsse VW für neue zukunftsfähige Produkte nutzen. "Wir brauchen Züge, E-Busse und bezahlbare E-Autos", sagte er. Darauf müsste der Konzern umstellen, wenn es den Verantwortlichen um Arbeitsplätze und Zukunftsfähigkeit ginge.