Die Linke will ihre Kritik an Deutschlands größtem Wohnungskonzern Vonovia verschärfen. Seit Mai sammelt die Partei Beschwerden von Mietern und plant nun systematische Aktionen gegen strukturelle Missstände.
Systematische Auswertung von Mieterbeschwerden
Luigi Pantisano, Mitglied der Linken, wirft Vonovia in einem internen Papier vor, Wohnen als reines Renditegeschäft zu betrachten. „Vonovia steht auf besonders schäbige Weise für ein Geschäftsmodell, das aus dem Grundbedürfnis Wohnen möglichst viel Rendite herauspressen will“, schreibt er in einem internen Papier, über das T-Online berichtet. Der Konzern stehe exemplarisch für ein Modell, das Wohnen nicht mehr als Teil der Daseinsvorsorge, sondern als Profitquelle sehe.
Seit Mai 2026 hat die Partei 674 Meldungen von Vonovia-Mietern erhalten. Die häufigsten Probleme sind Mängel wie Schimmel, Wasserschäden oder defekte Aufzüge, gefolgt von Klagen über Miethöhe, falsch begründete Mieterhöhungen und Nebenkosten.
Geplante Aktionen und bundespolitische Forderungen
Die Linke will die Beschwerden nun systematisch auswerten und bei strukturellen Problemen öffentlich Druck aufbauen. Es gehe nicht darum, Einzelfälle ungeprüft zu verallgemeinern, sondern öffentlich Druck zu machen, wo sich Missstände belegen ließen, schreibt Pantisano. "Was wir wollen: Aufdecken. Prüfen. Systematik herstellen. Druck aufbauen. Gemeinsam gegen Miet-Abzocke vorgehen."
Denkbar seien etwa lokale Presseaktionen mit Betroffenen, Haustüraktionen oder Vor-Ort-Termine mit der Parteiführung. Die Kampagne soll mit bundespolitischen Forderungen zum Mietrecht und zur Mietbegrenzung verknüpft werden. "Statt einmalig einen großen Vorwurf zu formulieren, soll die Kampagne über Wochen immer neue Kapitel öffnen". Vonovia solle wissen, dass die Linke bei gemeldeten Problemen genau hinschaue, schreibt Pantisano.
Gespräch zwischen Vonovia und Linken-Spitze
Erst vergangene Woche wurde bekannt, dass sich der Vonovia-Vorstand und die Linken-Spitze am 13. Oktober 2026 zu einem Gespräch treffen werden. Der Vorstand hatte sich bereits im Mai an den damaligen Parteichef Jan van Aken gewandt und eine Debatte mit „pauschalen, verkürzten und in Teilen nachweislich unzutreffenden Vorwürfen“ beklagt.