Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, fordert eine deutliche Verteuerung von Tabak- und Alkoholprodukten, um vor allem Jugendliche vor gesundheitsschädlichem Konsum zu schützen. Unterstützung erhält er vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte, während die Bundesregierung bereits an einer schrittweisen Erhöhung der Tabaksteuer arbeitet.
Gassen: Preise für Zigaretten sollen deutlich steigen
Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen spricht sich für eine spürbare Erhöhung der Preise für Tabak- und Alkoholprodukte aus. Ziel sei es, insbesondere Jugendliche vom Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum abzuhalten, sagte er der „Bild“.
„Wir Deutsche gehen nicht gut mit unserer Gesundheit um. Deshalb ist unsere Lebenserwartung unter dem EU-Schnitt“, so Gassen laut „Bild“. Das Rauchen und der Alkoholkonsum starteten oft schon in der Jugend. Da könnten Ärzte und das Gesundheitssystem nur als Reparaturbetrieb versuchen, die Folgen aufzufangen, sagte er der Zeitung.
Gassen plädiert dafür, den Preis für eine Schachtel Zigaretten deutlich zu erhöhen. „Kostet eine Schachtel Zigaretten 20 Euro, werden Jugendliche sich das nicht mehr wie heute leisten können“, sagte er der „Bild“. Das Schnorren von Zigaretten werde dann auch nicht mehr von Erfolg gekrönt sein, so Gassen.
Kinder- und Jugendärzte fordern Verdopplung der Zigarettenpreise
Auch der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte unterstützt höhere Tabakpreise. Vorstandsmitglied Jakob Maske sagte der „Bild“, 8 bis 9 Prozent aller 13- bis 17-Jährigen rauchten. Höhere Preise würden viele Jugendliche vom Rauchen abhalten. Die Preise für Zigaretten sollten mindestens verdoppelt werden, so Maske in der „Bild“.
„Auch das neue Rauchen muss bedacht werden“, sagte Maske weiter der „Bild“. Vapes müssten teurer werden.
Regierung plant schrittweise Steuererhöhungen
Die Bundesregierung plant bereits eine schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer. Nach einem Entwurf aus dem Bundesfinanzministerium könnte der Preis für eine Packung Zigaretten bis 2030 auf durchschnittlich rund 11,40 Euro steigen. Eine Anhebung auf 20 Euro ist bislang jedoch nicht vorgesehen.
Auch der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck hatte sich in der Vergangenheit für höhere Tabaksteuern ausgesprochen. Diese gehörten zu den wirksamsten Instrumenten des Gesundheitsschutzes, argumentierte er.
