Nur noch 40 Prozent der 16- bis 25-Jährigen in Deutschland glauben laut Jugendfinanzmonitor 2026 der Schufa, künftig einen gleich hohen oder höheren Lebensstandard als ihre Eltern zu erreichen. 2018 waren es noch 72 Prozent. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Schufa.
Pessimismus bei Beruf und Finanzen
Für die Studie befragte Forsa im Juni und Juli 2026 1.010 junge Menschen. Auch bei beruflichen Perspektiven ist die Stimmung gedämpft: Nur 52 Prozent glauben laut den Ergebnissen, auch in Zukunft wie frühere Generationen die Chance auf eine gute und sichere Beschäftigung zu haben – 2018 waren es noch 71 Prozent.
Trotz dieser Skepsis bewerten 68 Prozent ihre aktuelle finanzielle Situation als zufriedenstellend oder sehr zufrieden. 82 Prozent kommen gut oder sehr gut mit ihrem Geld aus. 39 Prozent der 16- bis 17-Jährigen haben jedoch weniger als 100 Euro monatlich zur Verfügung. Erwerbstätige junge Menschen verfügen laut der Befragung im Durchschnitt über 1.332 Euro.
Finanzbildung in Schulen gefragt
Das Thema Geld wird im Unterricht präsenter: 46 Prozent der 16- bis 17-Jährigen hatten bereits Kontakt mit Finanzthemen im Schulunterricht – neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Bei den 18- bis 21-Jährigen sind es 29 Prozent, bei den 22- bis 25-Jährigen 28 Prozent. 92 Prozent der jungen Generation wünschen sich eine ausführliche Vermittlung dieser Themen in der Schule.
Tanja Birkholz, Vorstandsvorsitzende der Schufa, betonte gegenüber der „Frankfurter Rundschau“: „Finanzkompetenz ist ein wichtiger Schlüssel zur Teilhabe. Dass immer mehr jungen Menschen Finanzthemen bereits im Unterricht begegnen, ist eine wichtige und ermutigende Entwicklung“.
Lehrpläne und nationale Strategie
Carmela Aprea, Wirtschaftspädagogin und Mitglied des Schufa-Verbraucherbeirats, erklärte: „Gleichzeitig ist das Bewusstsein für die Bedeutung der finanziellen Bildung größer geworden, auch im Bewusstsein von Lehrkräften, die vorhandene Freiräume der Lehrpläne nutzen.“ An den Lehrplänen habe sich in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert. Deutschland hinkt im internationalen Vergleich hinterher.
2023 hatten Finanz- und Bildungsministerium als letztes der G20-Länder den Startschuss für eine Bildungsinitiative gegeben. Die Planungen für eine nationale Finanzbildungsstrategie sind jedoch bis heute nicht umgesetzt.