Die Wartezeiten auf Handwerkertermine in Deutschland sind deutlich gesunken, gleichzeitig verschärfen die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs die Lage im Handwerk. Handwerkspräsident Jörg Dittrich warnt vor massiven Belastungen für Betriebe und fordert von der Bundesregierung eine Verlängerung des Tankrabatts über die bisher vorgesehenen zwei Monate hinaus.
Kürzere Wartezeiten, aber sinkende Aufträge
Handwerkspräsident Jörg Dittrich erklärte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die Wartezeiten auf einen Handwerkertermin seien deutlich gesunken. „Jetzt sind wir im Schnitt bei 8,9 Wochen, wobei man in der Stadt etwas länger warten muss als in ländlichen Regionen“, so Dittrich. „Zwischenzeitlich waren es schon mal 14 Wochen bis zum nächsten Handwerkertermin.“
Dittrich beschrieb die Folgen des Iran-Kriegs auf das deutsche Handwerk als dramatisch. Der Druck sei massiv. Es bestehe die Gefahr, dass ganze Geschäftsmodelle kippen und zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Handwerk habe schon im letzten Jahr über 60.000 Arbeitsplätze verloren. In der Iran-Krise schöben viele Familien geplante Investitionen auf, die Aufträge nähmen ab.
Belastungen durch gestörte Lieferketten und hohe Energiepreise
Im Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe erläuterte Dittrich die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf das Handwerk. Unmittelbar seien die Lieferketten gestört, insbesondere im Bau. Viele Materialien würden mit hohem Energieaufwand hergestellt. Styropordämmung, für die man Erdöl brauche, werde direkt teurer. Die Leute wichen auf Mineralwolle aus, die dadurch knapp werde.
In der Baubranche seien Preissteigerungen bis zu 50 Prozent zu sehen, auch weil die Transportkosten stiegen, sagte Dittrich. Die Lieferzeiten hätten sich sprunghaft von zwei auf 16 Wochen erhöht. Es gebe aber noch einen indirekten Effekt: Wenn die Menschen mehr Geld an der Tankstelle ausgäben, gingen sie seltener zum Friseur und kauften weniger beim Bäcker oder Metzger ein. Diese Kaufzurückhaltung setze sofort ein.
Forderung nach Verlängerung des Tankrabatts
Dittrich rief die Bundesregierung zu einer Verlängerung des Tankrabatts über die beschlossenen zwei Monate hinaus auf. „So lange diese Krise andauert und der Staat dadurch Mehreinnahmen erzielt, sollte er sie auch weitergeben. So lange sollte der Tankrabatt bleiben“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. In der Baubranche gebe es Preissteigerungen bis zu 50 Prozent, auch weil die Transportkosten steigen, betonte der Handwerkspräsident.
Zum Tankrabatt sagte Dittrich im Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, dies sei definitiv ein richtiger Schritt, weil der Staat durch höhere Steuereinnahmen bei der Mineralölsteuer von der Krise profitiere. Auf die Frage, ob der Rabatt über die zwei Monate hinaus verlängert werden solle, antwortete er erneut: „So lange diese Krise andauert und der Staat dadurch Mehreinnahmen erzielt, sollte er sie auch weitergeben. So lange sollte der Tankrabatt bleiben.“ Das Wichtigste sei allerdings, dass Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit stärke. Man brauche Reformen – jetzt.
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