Die Deutsche Bahn hat die durchgehende ICE-Verbindung zwischen Berlin und Paris vorerst gestrichen. Grund sind technische Probleme mit dem europäischen Zugsicherungssystem von Alstom. Fahrgäste müssen umsteigen, eine Rückkehr zum durchgehenden Betrieb ist noch unklar.
Technische Probleme als Auslöser
Die Streichung erfolgte auf Anfrage des Tagesspiegels hin. Betroffene Reisende wurden per App und E-Mail darüber informiert, dass sie in Frankfurt am Main oder Mannheim umsteigen müssen. Eine öffentliche Ankündigung zum vorläufigen Ende des Prestigezugs gab es nicht.
Alstom, Hersteller des betroffenen Systems, teilte mit, man arbeite intensiv daran, die Verbindung "schnellstmöglich wieder zu ermöglichen".
Die Direktverbindung war im Dezember 2024 mit großem Medienecho gestartet. Bundesverkehrsminister Volker Wissing, damals im Amt, betonte bei der Inbetriebnahme, es gehe um „gelebte Freundschaft“. Bahnchef Richard Lutz bezeichnete sie als Sinnbild für die „gute deutsch-französische Zusammenarbeit“, die das „Rückgrat eines geeinten Europas“ darstelle.
Zuletzt war der Zug im Schnitt zu 80 Prozent ausgebucht. Als Alternativen während der Ausfallzeit nennt die Bahn Umstiegsverbindungen sowie die Nachtzüge von European Sleeper, die Berlin und Paris ebenfalls direkt verbinden.