Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, hat angesichts hoher Zustimmungswerte für die AfD Handwerker vor Stimmen für Parteien an den politischen Rändern gewarnt. In einem Interview mit der "Bild" rief er dazu auf, sich aktiv in der demokratischen Debatte zu engagieren und sich nicht von vermeintlich einfachen Lösungen leiten zu lassen.
Mit Blick auf die aktuelle politische Stimmung sagte ZDH-Präsident Jörg Dittrich der „Bild“, er wünsche sich von vielen Handwerkern und Meistern, stärker die Zukunft in den Blick zu nehmen. „Nicht die populistische einfache Antwort, sondern miteinander zu ringen in der Demokratie. Ich fordere alle auf, in Parteien einzutreten und an diesem Diskurs teilzuhaben“, sagte er.
Warnung vor Populismus und „einfachen Antworten“
Dittrich verwies in dem Gespräch mit der „Bild“ auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und die Rolle zentraler Werte. Deutschland sei „mit Innovation, Vielfalt, Weltoffenheit und Fleiß zu einer starken Wirtschaftsnation geworden“, sagte Dittrich. Genau diese Grundlagen solle man nach seinen Worten wieder in den Fokus nehmen.
Zugleich äußerte Dittrich Sorgen über das Wahlverhalten vieler Menschen. Der ZDH-Präsident sagte, viele würden eher die „Sicherheit“ wählen. „Das macht mir Sorge, weil es in Richtung Populismus, in einfache Antwort geht. Die Situation, die wir haben, ist komplex, und es gibt diese einfache Antwort nicht“, sagte Dittrich der „Bild“.
Appell an das Handwerk für demokratischen Diskurs
Vor diesem Hintergrund plädierte Dittrich erneut dafür, sich der Komplexität der politischen und wirtschaftlichen Lage zu stellen. Es müsse daher vor allem um die Frage gehen, welche „komplexe Antwort“ man „auf die Herausforderungen unserer Zeit“ findet, sagte er der „Bild“. Das Handwerk rief er dazu auf, sich aktiv an der demokratischen Willensbildung zu beteiligen und den Diskurs innerhalb der etablierten Parteien zu suchen.
