3.700 Tonnen Stahl rollten durch die Stadt – nun ist der Koloss am Ziel.
In der Nacht zu Freitag hat Hamburgs neue Sternbrücke ihren endgültigen Standort erreicht. Der 3.700 Tonnen schwere und 108 Meter lange Stahlkoloss wurde auf 1.088 Rädern durch das Herz der Stadt transportiert, wie die Mopo und der NDR berichten. Ursprünglich sollte der Einbau bereits am Donnerstagabend abgeschlossen sein, doch Verzögerungen auf dem Transportweg verzögerten den Zeitplan. Probleme bei der Vorbereitung des Untergrunds und der Widerlager führten zu mehreren Pausen, bis die Brücke um 3 Uhr morgens exakt in Position gebracht werden konnte. Anschließend begann das mehrstündige Abstapeln, bei dem das Bauwerk auf seine Lager abgesenkt wurde.
Logistik-Herausforderung für Mammoet-Transport
Der Transport war eine logistische Meisterleistung: Die Max-Brauer-Allee wurde dafür um etwa 60 Zentimeter aufgeschüttet und mit Stahlplatten verstärkt. Entlang der Strecke mussten Laternen abgesägt, ein Tankstellenvordach gekappt und 86 Bäume gefällt werden. Die maximale Geschwindigkeit des Transports betrug nur einen Kilometer pro Stunde. Tausende Schaulustige verfolgten das Spektakel, das von der niederländischen Firma Mammoet durchgeführt wurde.
Täglich tausend Züge über neue Bahnbrücke
Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) bezeichnete die neue Bahnüberführung als „einen zentralen Punkt im europäischen Bahnnetz und auch in unserer Stadt“. Nach der für Ende August geplanten Freigabe sollen täglich etwa 1.000 Züge mit rund 90.000 Fahrgästen über die Brücke fahren. Bis dahin müssen noch Restarbeiten wie die Aufbringung von Schotter, die Montage der Schienen, Oberleitungen und Signale erledigt werden.
Neubau trotz Lärm und Vibrationen für Anwohner
Die alte Sternbrücke aus dem Jahr 1926 galt als nicht mehr reparabel und musste durch den Neubau ersetzt werden. Während des Transports durften Anwohner in ihren Wohnungen bleiben, obwohl die Rettungswege eingeschränkt waren. Einige klagten jedoch über Lärm und Vibrationen durch die Baumaßnahmen.
Neue Sternbrücke als Schanzenviertel-Wahrzeichen
Die neue Brücke soll nach Angaben von Tjarks nicht nur ein funktionales Bauwerk, sondern auch ein Wahrzeichen für das Schanzenviertel werden. Ob die Teile der alten Sternbrücke weiterverwendet werden, ist noch unklar.