Ein Verbändebündnis aus Wohnungswirtschaft und Baugewerbe hat die Bundesregierung in einem Brandbrief vor den Folgen neuer Haushaltskürzungen gewarnt. Die geplanten Einsparungen könnten den ohnehin schwachen Wohnungsbau weiter schwächen und Klimaziele gefährden.
Kritik an Kürzungen im Neubau
Der unter anderem von der IG BAU, dem Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) unterzeichnete Brief richtet sich den Angaben zufolge an Kanzler Friedrich Merz, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU), Bauministerin Verena Hubertz und Finanzminister Lars Klingbeil (beide SPD) sowie an Abgeordnete der Koalitionsfraktionen, der Grünen und der Linken.
Wie die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" berichten, heißt es in dem Schreiben: "Streichen Sie dem Wohnungsbau keine Mittel, damit er die Chance hat, wenigstens auf dem niedrigen Niveau, das er aktuell noch hat, weiterzumachen".
Die Unterzeichner warnen nicht mehr nur vor einer Stagnation, sondern vor einem massiven Einbruch. Als Grund nennen sie vor allem die geplanten Haushaltskürzungen: Knapp 1,4 Milliarden Euro sollen 2027 allein im Neubau weniger zur Verfügung stehen als in diesem Jahr.
Der Bau reagiere anders als andere Branchen, heißt es in dem Schreiben. "Jetzt beim Wohnungsbau den Rotstift anzusetzen, bremst Investitionen – mit erheblichen Sofort- und Spätfolgen für das Bauen, Sanieren und Wohnen in Deutschland" Die Experten warnen zudem vor einer dauerhaften Abwanderung von Fachkräften.
Den Experten zufolge geraten auch die Klimaziele der Regierung unter Druck. Sollten die Kürzungen beibehalten werden, könnte dies "das Erreichen der Klimaziele unmöglich machen". Die Einsparungen betreffen demnach "ausgerechnet klimawirksame und sozial sensible Sanierungsprojekte in Mehrfamilienhäusern und verhindern die Umsetzung des Praxispfades".