Der ehemalige israelische Botschafter Shimon Stein hat die Regierung von Benjamin Netanjahu scharf kritisiert und ihr vorgeworfen, eine Zweistaatenlösung zu verhindern. Im Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ forderte er Sanktionen gegen israelische Minister sowie ein Importverbot für Produkte aus dem Westjordanland und mahnte zugleich ein entschiedeneres Handeln der Bundesregierung an.
Kritik an Netanjahu-Regierung und Forderung nach Sanktionen
Der ehemalige israelische Botschafter Shimon Stein wirft der Regierung von Benjamin Netanjahu vor, eine Zweistaatenlösung zu verhindern, und erwartet zugleich ein stärkeres Engagement der Bundesregierung. Der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte Stein: „Soll man israelische Minister sanktionieren? Ja, zweifelsohne – man sollte zudem nicht vergessen, wer ihr Chef ist.“
Zudem sprach sich Stein gegenüber „Die Zeit“ für ein Verbot des Imports von Produkten aus dem Westjordanland aus. Er räumte ein, dass dies schwierig sei, weil es an die Naziparole „Kauft nicht beim Juden“ denken lasse.
Bewertung der Kriegsziele Netanjahus
Nach der Verständigung zwischen dem iranischen Regime und den USA sagte Stein der Wochenzeitung „Die Zeit“, Netanjahu sei mit seinen Kriegszielen „vollkommen gescheitert“. Über Netanjahu sagte er weiter: „Er hat sein Land noch abhängiger von der Laune des amerikanischen Präsidenten gemacht, es weiter international isoliert. Israel befindet sich in einer desaströsen strategischen Lage, mit unvorhersehbaren Folgen.“
Werdegang Steins
Shimon Stein war von 2001 bis 2007 israelischer Botschafter in Berlin und ist Senior Research Fellow am Institut für Nationale Sicherheitsstudien der Universität Tel Aviv.
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