Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) warnt vor weiteren Kürzungen der deutschen Entwicklungshilfe und fürchtet einen Verlust des internationalen Einflusses. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" betont sie die Bedeutung stabiler Partnerschaften mit Staaten in Afrika, Lateinamerika und Asien für die Zukunft Deutschlands. Angesichts erneut geplanter Einschnitte im Haushalt ihres Ministeriums fordert sie eine stärkere Fokussierung der Entwicklungszusammenarbeit, ohne sich aus Krisenregionen zurückzuziehen.
Warnung vor Verlust an Einfluss
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) warnt eindringlich vor weiteren Einschnitten bei der Entwicklungshilfe. Deutschland dürfe seinen Einfluss in der Welt nicht verspielen, sagte die SPD-Politikerin der „Süddeutschen Zeitung“.
„Ich bin überzeugt, dass sich die Zukunft Deutschlands auch daran entscheidet, ob wir unsere Partnerschaften mit dem globalen Süden ernst nehmen und ausbauen“, sagte Alabali Radovan der „Süddeutschen Zeitung“. Die Zukunft liege aus ihrer Sicht in Afrika, Lateinamerika und Asien. „Wenn wir dort als eine der größten Exportnationen weiter eine wichtige Rolle spielen wollen, dürfen wir uns nicht kleiner machen, als wir sind“, so die Ministerin laut „Süddeutscher Zeitung“.
Kürzungen im Haushalt und Neupriorisierung
Mit dem nächsten Haushalt steht das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung nach ihren Angaben vor der fünften Kürzung in Folge. Ziel müsse deshalb sein, die Entwicklungszusammenarbeit stärker zu fokussieren, sagte Alabali Radovan der „Süddeutschen Zeitung“. „Aber wir dürfen uns gerade jetzt nicht zurückziehen.“
Gleichzeitig räumt die Ministerin ein, dass bestimmte Projekte nicht mehr finanzierbar sind. Konkret nannte sie Hilfen rund um die Flucht von Rohingya aus Myanmar, eine der größten Flüchtlingskrisen der Welt.
Kritik am Kurs der USA
„Was wir aber nicht machen werden, ist, Hilfen abrupt zu stoppen“, wie es etwa die USA getan hatten, sagte die Ministerin der „Süddeutschen Zeitung“. Dies habe zu weiteren Konflikten und Krisen geführt. „Die USA leisten hier nicht nur keinen Beitrag mehr zur Lösung von Problemen – ihr Rückzug hat Probleme verschärft“, sagte Alabali Radovan laut „Süddeutscher Zeitung“.
