In den kommenden Monaten könnte sich ein starkes El-Niño-Ereignis entwickeln, das erhebliche
Die globale Durchschnittstemperatur lag 2024 bereits rund 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau, und die Wahrscheinlichkeit, dass eines der Jahre 2026 bis 2030 noch höhere Temperaturen aufweist, liegt bei 86 Prozent. Ein starker El Niño könnte dieses Jahr bereits dazu führen, dass die globale Durchschnittstemperatur weiter ansteigt. Klimaforscher Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel warnt vor den möglichen Auswirkungen eines starken El-Niño-Ereignisses. Er verweist auf die historischen Auswirkungen von Super-El-Niño-Ereignissen, die zu verheerenden Überschwemmungen, Dürren und Waldbränden geführt haben. Die Chancen für einen neuen Super-El-Niño stehen laut Latif bei 50 zu 50. Die US-Klimabehörde NOAA schätzt die Wahrscheinlichkeit eines extremen El-Niño-Ereignisses auf etwa 13 Prozent, während europäische Klimamodelle diese Wahrscheinlichkeit doppelt so hoch einschätzen.
El Niño verstärkt Hitzewellen in Europa
Die Auswirkungen eines starken El Niño könnten weltweit spürbar sein, mit extremen Wetterbedingungen, die von Hitzewellen bis zu Starkregen reichen. In Europa könnte dies zu einer Zunahme von Hitzewellen führen, die sich bereits in den letzten Jahrzehnten gehäuft haben. Julian Krüger vom Max-Planck-Institut für Meteorologie erklärt, dass die fünf intensivsten Hitzewellen in Europa alle in den letzten beiden Jahrzehnten aufgetreten sind. Die Erderwärmung hat dazu geführt, dass die Wahrscheinlichkeit für außergewöhnlich hohe Temperaturen gestiegen ist. Neben den steigenden Temperaturen könnte ein starker El Niño auch zu einer Zunahme von Starkregenereignissen führen. Nora Leps vom DWD-Klimaprojektionsteam erklärt, dass Starkregenereignisse zwar schwer vorherzusagen sind, aber die Modelle langsam die Rechenleistung erreichen, um zumindest statistische Aussagen treffen zu können.
Trockenheit und Starkregen bedrohen Landwirtschaft
Die Auswirkungen eines starken El Niño könnten auch die Landwirtschaft und die Wasserversorgung betreffen. Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung weist darauf hin, dass in einigen Regionen Deutschlands der Boden trockener ist als normal, was zu einer angespannten Wassersituation führen könnte. Die Weltmeere sind derzeit ungewöhnlich warm, was zu einer erhöhten Verdunstung und damit zu mehr Starkregenereignissen führen könnte. Die globale mittlere Oberflächentemperatur hat in diesem Frühjahr bereits an mehreren Tagen neue Höchstwerte erreicht, was auf eine mögliche Zunahme von extremen Wetterbedingungen hindeutet. Die genauen Auswirkungen eines starken El Niño bleiben jedoch unsicher und schwer vorherzusagen. Die Experten sind sich jedoch einig, dass die Vorbereitung auf mögliche extreme Wetterbedingungen entscheidend ist, um die Auswirkungen abzufedern und Leben zu retten.
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