Der Spielfilm Everytime von Sandra Wollner vertritt Deutschland bei der 99. Oscar-Verleihung in der Kategorie Best International Feature Film. Die zuständige Organisation German Films gab die Kandidatur am Dienstag bekannt. Durch neue Regeln qualifizieren sich zudem zwei weitere deutsche Produktionen für die Einreichung.
Jury lobt filmische Umsetzung von Trauer
Die neunköpfige Jury begründete ihre Wahl damit, dass es Regisseurin und Drehbuchautorin Sandra Wollner in Everytime gelinge, mit rein filmischen Mitteln und überraschender Leichtigkeit Trauer als Zustand einer aus den Fugen geratenen Welt erlebbar zu machen. Die Kameraarbeit schaffe eine flirrende, bisweilen entrückte Atmosphäre, ohne sich vor die Figuren zu drängen. Zudem überzeuge das Schauspielensemble durch Natürlichkeit, präzise und ambivalente Charakterzeichnungen.
Handlung und neue Oscar-Regeln
Der Film erzählt von Ella, die ihre Tochter Jessie verloren hat. Mit Jessies jüngerer Schwester und einem Jungen, dem alle die Schuld geben, begibt sich das Trio auf einen Familienurlaub, der eigentlich nie stattgefunden hat. Dabei verflechten sich Erinnerung und Gegenwart untrennbar.
Nach Regeländerungen der Academy of Motion Picture Arts and Sciences können nun auch Filme mit bedeutenden Festivalpreisen in der Kategorie International Feature Film eingereicht werden. Somit qualifizieren sich Von Scham und Geld von Visar Morina (Grand-Jury-Preis beim Sundance Film Festival) und Gelbe Briefe von Ilker Çatak (Goldener Bär bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin).
Zeitplan für Nominierungen und Verleihung
Die Auswahlliste mit 15 Titeln in der Kategorie Best International Feature Film soll am 15. Dezember bekannt gegeben werden. Die fünf nominierten Filme sollen aus dieser Liste am 21. Januar 2027 ausgewählt und verkündet werden. Die Oscar-Verleihung ist für den 14. März 2027 geplant.