Die Deutsche Bahn bereitet sich angesichts steigender Kraftstoffpreise und Ausfälle im Flugverkehr auf einen starken Kundenzuwachs in der Ferienzeit vor. Bahn-Vorstand Michael Peterson rechnet mit deutlich steigender Nachfrage und kündigt spezielle Sommerangebote für Familien an. Gleichzeitig signalisiert die Lufthansa laut einem Medienbericht verstärktes Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit der Bahn, um gestrichene Kurzstreckenflüge zu kompensieren.
Bahn erwartet mehr Reisende in den Sommerferien
Bahn-Vorstand für Personenfernverkehr Michael Peterson kündigte im Gespräch mit dem „Spiegel“ besondere Maßnahmen für die Hauptreisezeit an. „Für den Sommer prüfen wir besondere Angebote für Familien zu den Ferienzielen in Deutschland und dem benachbarten Ausland“, sagte Peterson dem „Spiegel“. Schon jetzt sehe man an manchen Tagen zehn Prozent mehr Buchungen.
Wenn Kraftstoffpreise stiegen und die Ungewissheit darüber zunehme, ob man mit Auto oder Flugzeug verlässlich reisen könne, dann wirke sich das mit etwas Verzug auch auf die Nachfrage bei der Bahn aus, so Peterson gegenüber dem „Spiegel“. Als die Lufthansa ankündigte, 20.000 Kurzstreckenflüge zu streichen, habe der Manager seine Leute angewiesen, Vorkehrungen zu treffen. „Wir sind der Stabilitätsanker für Mobilität im Land“, sagte Peterson dem „Spiegel“.
Konstante Fahrpreise und zusätzliche Kapazitäten
Vorstandschefin Evelyn Palla hatte am Wochenende bereits angekündigt, die Fahrpreise im Fernverkehr bis kommenden April konstant zu lassen. Derzeit rangiert die Auslastung der Bahn nach ihren Angaben bei 40 Prozent. Im Alltag könne man an die Fernzüge einen zweiten Zugteil anhängen, erläuterte Peterson dem „Spiegel“. Schlagartig seien dann 450 Sitzplätze mehr verfügbar. „Das entspricht drei Mittelstreckenfliegern“, sagte Peterson dem „Spiegel“.
Lufthansa sucht engeren Schulterschluss mit der Bahn
Die Lufthansa soll nach „Spiegel“-Informationen den Kontakt mit der Bahn gesucht haben. Zusätzlich zu den beschlossenen Streichungen könnten weitere Kurzstreckenflüge abgesagt werden, zunächst auf den Inlandsflügen, berichtete der „Spiegel“. Bereits seit einigen Jahren kooperierten der Schienen- und der Luftfahrtkonzern, heißt es weiter. Bei der Bahn, so versprach man dem „Spiegel“, könne man auch weitere Zubringerpassagiere etwa von Hamburg nach Frankfurt oder Berlin nach München befördern.
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