Am 5. Mai ist der Europäische Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Passend dazu eröffnete am Dienstagmorgen, 5. Mai, auch die Wanderausstellung „ECHT MEIN RECHT!“ im Stadthaus 1 in Osnabrück.
Bildunterschrift: Botakoz Osterheider (HHO), Steven Brentrop (Mitarbeiter Fachstelle Inklusion der Stadt Osnabrück), Beatrix Baumgart (Pro Familia), Katrin Mack (PETZE-Institut) und Patricia Heller (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück) freuen sich über die Ausstellung „ECHT MEIN RECHT!“ im Stadthaus Osnabrück.
„ECHT MEIN RECHT!“ thematisiert Selbstbestimmung
Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht, das jedoch häufig bei Menschen mit Beeinträchtigung zu kurz kommt. Daher ist die Aufklärung über Selbstbestimmung, Sexualität und Schutz von großer Bedeutung. „Gesellschaftlich wird dieses Thema viel zu wenig wahrgenommen“, weiß Steven Brentrop, Mitarbeiter der Fachstelle Inklusion der Stadt Osnabrück. „Die Ausstellung im Foyer des Stadthauses ist wichtig – hier kommen viele Menschen vorbei, die sonst nie mit dem Thema konfrontiert würden.“
Wanderausstellung jetzt in Osnabrück
Die Ausstellung ist initiiert vom PETZE-Institut für Gewaltprävention in Kiel. Jeden Monat wechselt die interaktive Ausstellung die Stadt und tourt so bereits seit einigen Jahren durch ganz Deutschland. Vom 5. Mai b ist 28. Mai ist „ECHT MEIN RECHT!“ für alle im Foyer des Stadthaus 1 erlebbar. Für Gruppen können auch Führungen gebucht werden, die von einem geschulten Team begleitet werden. Katrin Mack vom PETZE-Institut erklärt: „Häufig wird über Menschen mit Beeinträchtigungen geredet, anstatt mit ihnen. Die Ausstellung ist mit ihnen erarbeitet und barrierefrei und inklusiv für alle gemacht.“ Es gibt viele Bilder, interaktive Elemente, kurze Texte und Hörsticks, die Texte vorlesen und weitere Infos erzählen.

Die Hörsticks sind gegen einen Pfand umsonst auszuleihen. / Foto: Hannah Meiners
Sechs Stationen führen durch Gefühle, Sexualität und Rechte
Alle Besucherinnen und Besucher können „ECHT MEIN RECHT!“ in sechs Stationen interaktiv erleben. Die Ausstellung lädt ein, sich mit Gefühlen und Liebe auseinanderzusetzen, klärt über Körper und Sexualität auf und gibt außerdem wichtige Hinweise zu Rechten und Schutzmöglichkeiten im Falle von Gewalt und Übergriffen.

In sechs Stationen setzen sich die Besucher mit verschiedenen Themen auseinander – inklusiv und barrierefrei. / Foto: Hannah Meiners
Menschen mit Behinderung erleben häufig psychische, körperliche und sexuelle Gewalt, viel zu oft durch Menschen aus dem eigenen Umfeld. Sie können sich oft nicht wehren, wissen nicht wie oder gar nicht, dass ihre Rechte verletzt wurden. Gerade in den Institutionen, in denen Menschen mit Behinderung leben, kommt es häufig zu Gewalt, obwohl dies Schutzräume sein sollten. „ECHT MEIN RECHT!“ soll genau hier einen Beitrag leisten und Menschen mit Behinderung, ihr Umfeld und die Gesellschaft aufklären und das Thema enttabuisieren.
Kooperation mit HHO und Pro Familia
Auch die Mitarbeiterinnen der HHO und Pro Familia freuen sich über die Ausstellung im Stadthaus 1. Das gemeinsame Anliegen bekommt so einen öffentlichen Ort und erreicht nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen und ihr Umfeld. „ECHT MEIN RECHT!“ ist kostenlos zu den regulären Öffnungszeiten des Stadthauses 1 für alle zugänglich.
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