Der Dax hat am Dienstag nach einem schwankungsreichen Handelstag schwächer geschlossen. Der Leitindex ging mit 24.018 Punkten aus dem Xetra-Handel und lag damit 0,3 Prozent unter dem Vortagesschluss. Die Entwicklung an den Aktienmärkten stand unter dem Eindruck geopolitischer Spannungen, eines Kurssturzes im Erdölkartell OPEC sowie veränderter Inflationserwartungen.
Schwankender Dax nach OPEC-Nachricht
Nach einem Start im Minus kletterte der Dax zur Mittagszeit zunächst ins Plus, fiel anschließend jedoch wieder in den roten Bereich zurück. Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von der Commerzbank und von Merck an der Spitze der Kursliste. Das Schlusslicht bildeten die Qiagen-Aktien.
Für Unruhe sorgte insbesondere eine Meldung aus dem Energiesektor. „Die Nachricht über den Ausstieg der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC und OPEC+ schlug wie eine Bombe an den Finanzmärkten ein“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets (Quelle: CMC Markets). „Der bereits für Freitag geplante Schritt dürfte eine entscheidende Wende in der bisherigen Funktion und Schlagkraft dieses Zusammenschlusses bringen. Wie sich das mittelfristig auf die Ölpreise auswirken wird, ist bislang zwar nicht abschätzbar, in jedem Falle stellt es eine Erosion des Erdölkartells dar.“
Geopolitische Risiken und Inflationserwartungen
Unabhängig davon reagierten die Anleger in Frankfurt laut Lipkow mit weiteren Verkäufen auf das Ausbleiben von Verhandlungserfolgen zwischen den USA und dem Iran (Quelle: CMC Markets). „Damit steigt auch das Risiko einer Fortsetzung der militärischen Auseinandersetzung im Nahen Osten.“ Diese Gefahr würden auch die Rohölpreise widerspiegeln.
„Das Inflationsrisiko also bleibt und kann sich urplötzlich und ohne Vorankündigung auch in einem veränderten Zinsausblick der Notenbanken entladen“, erklärte der Analyst (Quelle: CMC Markets). „Laut einer EZB-Umfrage ist die Inflationserwartung bei den Verbrauchern bereits stark gestiegen. Für die kommenden 12 Monate sehen sie Teuerungsraten von vier Prozent entgegen. Zuvor lag diese Einschätzung bei lediglich 2,5 Prozent“, so Lipkow. „Auch wenn sich die derzeitigen Teuerungsraten noch im Rahmen halten, im Energie- und Lebensmittelsektor sind sie bereits mehr als angekommen. Die Ratssitzung der EZB am Donnerstag bekommt dadurch immer mehr Gewicht und wird zu einer veränderten Tonalität der geldpolitischen Kommunikation führen. Diese Erwartung lässt sich in Teilen bereits an den anziehenden Renditen am Anleihemarkt ablesen.“
Bewegung bei Energiepreisen und Euro-Kurs
Unterdessen sank der Gaspreis. Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Mai kostete 44 Euro und damit zwei Prozent weniger als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund neun bis elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ölpreis stieg hingegen stark. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 110,60 US-Dollar, das waren 2,2 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Auch am Devisenmarkt zeigte sich Bewegung. Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1705 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8543 Euro zu haben.
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