Der Dax hat am Freitag nach einem freundlichen Start einen Teil seiner anfänglichen Gewinne wieder abgegeben, nachdem er zuvor eine neue Bestmarke erreicht hatte. Gegen Mittag lag der Leitindex dennoch über dem Vortagesschluss, begleitet von leichten Zugewinnen beim Euro sowie steigenden Preisen für Gold und Öl.
Dax markiert neue Bestmarke und gibt dann nach
Nach einem dynamischen Handelsstart hat der Dax am Freitag bis zum Mittag einen Teil seiner zwischenzeitlichen Gewinne wieder abgegeben. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.680 Punkten berechnet und lag damit 0,4 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, sprach von einem bemerkenswerten Verlauf: „25.810 Punkte – so lautet die neue Bestmarke im Dax, in Anbetracht des heutigen Feiertags in den USA eine beachtliche Leistung“, sagte Lipkow laut CMC Markets. „Die Eigendynamik hatte sich bereits in den vergangenen Tagen aufgebaut und kam mit dem stärkeren Fokus auf die zyklischen Branchen. Die Kombination aus den Kursgewinnen bei den Schwergewichten und den Vertretern aus der Auto-, Chemie- und Maschinenbaubranche verlieh dem Dax plötzlich Flügel.“
Hoffnung auf Konjunkturerholung stützt Kurse
Lipkow sieht die aktuelle Entwicklung vor allem in der Erwartung einer wirtschaftlichen Belebung begründet. „Anleger spielen derzeit vollends die Karte einer Konjunkturerholung aus und setzen auf eine baldige Trendumkehr. Angeheizt werden die Annahmen durch rückläufige Inflationserwartungen und vielversprechende Signale vom US-Arbeitsmarkt. Zudem ist die Hoffnung groß, dass es Abstrahl- und Zweitrundeneffekte von den KI-Technologien geben wird, die auch der Old Economy helfen werden, effizienter zu arbeiten.“
Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende
Im weiteren Tagesverlauf ließ die Kauflaune jedoch nach. „Gegen Mittag zeigen sich jedoch erste Ermüdungserscheinungen, die den Dax wieder auf das Niveau von 25.600 Punkten zurückbrachten. Nach den durchweg besser als erwarteten Einkaufsmanagerindizes aus Europa nahmen die ersten kurzfristig Gewinne mit. Vor dem Wochenende scheint der Drops gelutscht und die Blicke der Anleger richten sich auf die kommende Woche, wenn auch die Wall Street wieder mit in den Handel einsteigt“, so Lipkow laut CMC Markets.
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Freitagnachmittag etwas fester. Ein Euro kostete 1,1445 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8737 Euro zu haben.
Der Goldpreis legte deutlich zu. Am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.181 US-Dollar gezahlt, ein Plus von 1,5 Prozent. Das entspricht einem Preis von 117,44 Euro pro Gramm.
Auch der Ölpreis stieg leicht. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 71,85 US-Dollar, das waren 5 Cent oder 0,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
