Die Bundeswehr meldet Fortschritte bei der Einführung des Digitalfunks, nachdem es im vergangenen Jahr zu erheblichen technischen Problemen gekommen war. Generalleutnant Michael Vetter erklärte, die festgestellten Mängel seien behoben, das System habe inzwischen „gute Leistungen“ gezeigt. Die Digitalisierung der Truppe zählt zu den teuersten und komplexesten Vorhaben der Streitkräfte, allein für den Digitalfunk werden mehr als elf Milliarden Euro veranschlagt.
Bundeswehr sieht Mängel beim Digitalfunk behoben
Nach einer Serie von Rückschlägen bei der Einführung des Digitalfunks berichtet die Bundeswehrführung von deutlichen Fortschritten bei dem Rüstungsvorhaben. Die Mängel seien abgestellt, sagte Michael Vetter dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Als Abteilungsleiter Innovation und Cyber sowie Chief Information Officer im Verteidigungsministerium ist er für die Digitalisierungsvorhaben zuständig.
Bei Tests im vergangenen Jahr waren schwerwiegende Probleme aufgetreten. Nachrichten kamen nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung an, Positionen konnten nicht übermittelt werden, Funkkreise brachen zusammen. „Die Mängel, die gab es“, erklärte Vetter laut „Focus“. Seither sei intensiv am System gearbeitet worden.
Tests mit „guter Sprachqualität“ und Datenaustausch
Inzwischen hätte das Gesamtsystem „gute Leistungen“ gezeigt, sagte Vetter dem „Focus“. „Wir hatten durchgängig eine gute Sprachqualität, wir hatten durchgängig Datenaustausch.“ Im September soll die Technik abermals einer Einsatzprüfung unterzogen werden.
Teures und komplexes Vorhaben
Die Digitalisierung der Truppe gehört nach Angaben Vetters zu den teuersten und komplexesten Vorhaben. Allein für den Digitalfunk werden demnach mehr als elf Milliarden Euro ausgegeben. „Wir reden über rund 16.000 Plattformen, die neue Funktechnik brauchen, Panzer, Lkw, Gefechtsstände. Und da sind dann eben auch Fahrzeuge dabei, die schon 40 Jahre plus im Dienst sind“, sagte Vetter dem „Focus“.
Vetter räumte gegenüber dem „Focus“ ein, dass die Bundeswehr spät dran sei. „Andere Nationen haben vor ungefähr 20 Jahren begonnen, ihre Streitkräfte mit digitalen Kommunikationsmitteln auszurüsten. Umso größer ist der Sprung, zu dem wir jetzt ansetzen müssen.“ Industrie und „ein Stück weit“ auch die Bundeswehr hätten das Digitalisierungsprogramm in seiner Dimension „unterschätzt“.
