Seit dem Ende der Nullzinsphase 2022 haben die Dax-Konzerne ihre Nettofinanzschulden um 22 Prozent auf 196 Milliarden Euro reduziert. Gleichzeitig stieg das Eigenkapital um 21 Prozent auf den Rekordwert von 991 Milliarden Euro. Finanzdienstleister wurden nicht berücksichtigt, da ihre Kennzahlen nicht vergleichbar sind.
Zinserhöhungen und ungleiche Belastung
Die Europäische Zentralbank hatte am Donnerstag ihren Leitzins um 0,25 Punkte auf 2,5 Prozent angehoben. Die Terminmärkte erwarten bis 2027 drei weitere Zinsschritte. Der durchschnittliche Zinssatz für neue Bankkredite liegt nach Angaben der Deutschen Bundesbank bei 3,8 Prozent – vor einem Jahr waren es noch 3,2 Prozent. Die Renditen von Anleihen guter und mittlerer Bonität stiegen von 3,5 auf 4,0 Prozent.
Die Belastung ist der Auswertung zufolge ungleich verteilt: "Handelsblatt" nennt Bayer, Eon, RWE, BASF und Continental als Unternehmen mit dem ungünstigsten Verhältnis von Schulden zum operativen Ergebnis. Bayer sicherte sich über eine Beteiligung des US-Investors Apollo drei Milliarden Euro frisches Kapital, um die finanzielle Flexibilität zu erhöhen.
Deutsche Telekom und liquide Unternehmen
Die Deutsche Telekom ist mit 132 Milliarden Euro absolut am höchsten verschuldet und zahlte zuletzt 6,5 Milliarden Euro Zinsen. Dank eines operativen Ergebnisses von 24,8 Milliarden Euro kann das Unternehmen die Last jedoch tragen.
Elf Dax-Konzerne, darunter BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen und Beiersdorf, verfügen über mehr liquide Mittel als Schulden.