Hinweise deuten auf Russland – Reaktion soll mit EU und NATO abgestimmt werden.
Am Flughafen Leipzig/Halle war Anfang August eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Wie die Tagesschau und die Zeit berichten, verdichten sich die Hinweise, dass Russland oder ein russischer Geheimdienst hinter dem Vorfall steckt. Die Bundesregierung hat bisher keine offizielle Schuldzuweisung vorgenommen, doch Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte im ARD-Sommerinterview an, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss. Eine weitgehende Einigung über die Reaktion sei in der Regierung erreicht, diese werde nun mit EU- und NATO-Partnern final abgestimmt.
Deutschland warnt vor Überreaktionen auf Angriffe
Außenminister Johann Wadephul betonte, Deutschland lasse sich nicht einschüchtern und bereite eine konsequente, aber überlegte Antwort vor. "Von unserer Seite gibt es keine Überreaktionen, aber Reaktionen, wenn wir angegriffen werden", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Auch EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas deutete eine mögliche russische Beteiligung an, verwies aber darauf, dass die abschließende Zuordnung bei der Bundesregierung liege.
Drohnenangriff auf Waffen-Drehkreuz Leipzig/Halle
Der Flughafen Leipzig/Halle gilt als Drehkreuz für Waffenlieferungen an die Ukraine. Medienberichten zufolge sollen mehrere Drohnen eingesetzt worden sein, eine davon könnte mit einem DHL-Flugzeug kollidiert sein. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.
Diplomatische Eskalation nach Drohnenvorfall geplant
Innenminister Alexander Dobrindt und Wadephul wollen am Dienstag in einer Pressekonferenz über den Stand der Ermittlungen und mögliche Konsequenzen informieren. Als mögliche Maßnahmen werden diplomatische Schritte wie die Einbestellung des russischen Botschafters oder die Ausweisung von Diplomaten diskutiert. Zudem könnten weitere Sanktionen gegen russische Personen und Organisationen verhängt werden, wie die Tagesschau unter Berufung auf ARD-Korrespondentin Tina Hassel berichtet.