Der Bundesrechnungshof warnt vor einer kostspieligen Zwischenlösung beim Bau der neuen Bahnverbindung zwischen Deutschland und Dänemark. Hintergrund ist die Verzögerung beim geplanten Tunnel zwischen dem deutschen Festland und der Insel Fehmarn, für den nun eine alternative Nutzung der bestehenden Bahntrasse auf der Fehmarnsundbrücke geprüft wird. Die Rechnungsprüfer sehen dabei erhebliche Risiken bei Kosten und Belastbarkeit der Brücke.
Warnung vor Elektrifizierung der Fehmarnsundbrücke
Der Bundesrechnungshof kritisiert Pläne der Deutschen Bahn, die alte Bahntrasse auf der Fehmarnsundbrücke für mehr als 60 Millionen Euro zu elektrifizieren. Die Prüfer bemängeln laut einem vertraulichen Bericht, aus dem der „Spiegel“ berichtet, dass die Kosten „erheblich und steigen weiter“ seien. Zudem bestünden Zweifel, dass eine solche Zwischenlösung den „Belastungen des künftigen Schienenverkehrs gewachsen“ sei.
Auslöser für die Überlegungen ist die Verzögerung beim Bau des Tunnels, der den Trassenabschnitt zwischen dem deutschen Festland und der Insel Fehmarn künftig aufnehmen soll. Dieser Tunnel ist Teil der geplanten neuen Bahnverbindung von Deutschland nach Dänemark und soll langfristig die bestehende Infrastruktur ersetzen.
Verzögerungen und steigende Kosten beim Gleiszubringer
Nach dem Bericht könnte der deutsche Gleiszubringer zu der Verbindung erst 2032 statt wie ursprünglich geplant 2029 fertiggestellt werden. Zudem würden die Kosten mit voraussichtlich 10,7 Milliarden Euro deutlich über der bisherigen Kalkulation von 8,05 Milliarden Euro liegen. Die Elektrifizierung der Fehmarnsundbrücke als Übergangslösung würde die Gesamtinvestitionen weiter erhöhen.
Deutsche Bahn verweist auf offenen Terminplan
Ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte, es gebe derzeit noch keinen neuen Terminplan. Daher bestehe auch noch keine Klarheit über die endgültigen Kosten und darüber, ob die Fehmarnsundbrücke in das Projekt einbezogen werde. Der Bahnsprecher stellte zugleich klar, dass Güterzüge über die Brücke nicht rollen sollten.
