Ermittler prüfen politischen Hintergrund nach Brandsätzen auf Rüstungsbaustelle.
In der Nacht auf Donnerstag wurden in München mehrere Brandsätze aus einem Auto auf eine Baustelle geworfen. Wie die Süddeutsche Zeitung und der Bayerische Rundfunk berichten, entstand dabei ein Feuer, das von eintreffenden Polizeikräften gelöscht werden konnte. Ein weiterer Brandsatz wurde von Spezialkräften entschärft. Verletzt wurde niemand. Die Baustelle befindet sich in der Mühldorfstraße unweit des Ostbahnhofs, wo unter anderem die Rüstungsunternehmen Rohde & Schwarz und Helsing ansässig sind. Ob der Anschlag gezielt einem der beiden Unternehmen galt, ist noch unklar, wie die Behörden mitteilen. Rohde & Schwarz bestätigte zwar einen Einsatz von Polizei und Feuerwehr im Umfeld des Betriebsgeländes, betonte aber, dass das eigene Gelände nicht betroffen sei. Eine offizielle Stellungnahme von Helsing lag zunächst nicht vor.
Politisches Motiv bei Anschlag nicht ausgeschlossen
Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Generalstaatsanwaltschaft München übernahmen die Ermittlungen, da ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden kann, wie der Spiegel und die Tagesschau berichten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) äußerte sich ähnlich und verwies auf ein „verstärktes Risiko von Anschlägen“ auf kritische Infrastruktur und Rüstungsunternehmen in Deutschland.
Zwei Tatverdächtige mit bulgarischer Staatsangehörigkeit
Im Rahmen einer Fahndung wurden an einer nahegelegenen Tankstelle zwei Tatverdächtige festgenommen: eine 28-jährige Frau und ein 38-jähriger Mann, beide mit bulgarischer Staatsangehörigkeit. Ob sie mit der Tat in Verbindung stehen, wird derzeit geprüft, wie das LKA und die Münchner Polizei bestätigten. Die Schweizer Nachrichtenplattform SRF berichtet, dass die beiden Festgenommenen sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert hätten.
Rüstungsfirma Rohde & Schwarz bereits früher Ziel
Rohde & Schwarz war bereits in der Vergangenheit Ziel von Anschlägen. 2021 hatte es eine Brandstiftung in einer Baugrube gegeben, bei der ein Bekennerschreiben auf einer linksradikalen Plattform den Konzern als Ziel nannte. Die Echtheit des Schreibens wurde jedoch nie bestätigt. Seit dem Ukraine-Krieg stehen Rüstungsunternehmen vermehrt im Fokus fremder Mächte, wie die Süddeutsche Zeitung anmerkt.
Ermittlungen zu Brandsätzen und Hintermännern laufen
Die genauen Umstände der aktuellen Tat, etwa die Anzahl und Art der Brandsätze oder mögliche Hintermänner, sind noch ungeklärt. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, wobei die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) federführend ist.