Amerikanische 500-Kilo-Bombe in Nippes entschärft – Kinderklinik geräumt
In Köln-Nippes ist am Freitagmorgen bei Sondierungsarbeiten in der Nähe des Johannes-Giesberts-Parks ein Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Wie der Express berichtet, handelte es sich um eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe mit einem Gewicht von 500 Kilogramm, die sowohl über einen Front- als auch einen Heckaufschlagzünder verfügte. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf und das Ordnungsamt der Stadt Köln leiteten umgehend die Entschärfung ein. T-online bestätigt, dass die Bombe noch am selben Tag erfolgreich entschärft werden konnte.
500-Meter-Radius: 4.300 Menschen evakuiert
Für die Entschärfung wurde ein Evakuierungsradius von 500 Metern festgelegt. Rund 4.300 Anwohner sowie mehrere öffentliche Einrichtungen mussten den Gefahrenbereich verlassen. Betroffen waren unter anderem die Kinderklinik an der Amsterdamer Straße, die Kita St. Agnes, das Schwimmbad Lentpark und der Botanische Garten Flora. Die Stadt Köln hatte die Evakuierung der Kinderklinik bereits seit Tagen vorbereitet, wie die Rheinischen Anzeigenblätter berichten. Alle 43 Patienten, darunter 20 intensivpflichtige Kinder, wurden ins Krankenhaus Holweide verlegt. Der Kreißsaal in Holweide blieb jedoch weiterhin in Betrieb.
Evakuierung läuft geordnet ab
Die Evakuierung verlief nach Angaben der Einsatzkräfte geordnet. Als Anlaufstelle für Betroffene diente die Turnhalle des Erich-Kästner-Gymnasiums, wo für Klimatisierung gesorgt wurde. Die Stadt Köln bat Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer dringend, den Evakuierungsbereich zu meiden, um die Entschärfung zu beschleunigen. Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen: Die KVB-Linie 16 sowie die Buslinien 124, 140 und 186 mussten umgeleitet werden. Zudem wurden die Innere Kanalstraße und die Zufahrt zur Zoobrücke in Richtung Deutz zeitweise gesperrt.
Entschärfung erfolgreich abgeschlossen
Während der Express von einer geplanten Entschärfung gegen 14 Uhr berichtete, gab die Stadt Köln zunächst keinen genauen Zeitpunkt an. Die Rheinischen Anzeigenblätter bestätigten später, dass die Entschärfung erfolgreich abgeschlossen und die Straßensperren schrittweise aufgehoben wurden. Dennoch wurde die Bevölkerung gebeten, den Bereich noch eine Weile weiträumig zu umfahren, bis sich die Verkehrssituation normalisiert hatte.
150 Verdachtspunkte auf Blindgänger reduziert
Der Johannes-Giesberts-Park war in den Tagen zuvor bereits teilweise gesperrt worden, nachdem bei einer ersten Erkundung 150 Verdachtspunkte auf Blindgänger identifiziert worden waren. Diese Zahl konnte vor der finalen Überprüfung am Freitag auf 14 mögliche Fundstellen eingegrenzt werden, wie T-online mitteilte.
