Feuerwehr hat Brand im Süden Kretas im Griff, doch Glutnester flammen weiter auf.
Die Lage nach dem großen Waldbrand im Süden der griechischen Urlaubsinsel Kreta hat sich leicht entspannt. Wie die dpa berichtet, hat die Feuerwehr den Brand mittlerweile im Griff, doch rund 220 Einsatzkräfte sind weiterhin damit beschäftigt, wieder aufflammende Glutnester zu bekämpfen. Der Zivilschutz warnte jedoch, dass auffrischender Wind die Brände jederzeit wieder anfachen könnte. Auf Kreta war der Ferienort Agia Galini vorsorglich evakuiert worden, wie der ADAC mitteilt. Rund 8.000 Urlaubsgäste waren betroffen, ein Teil durfte bereits wieder in ihre Unterkünfte zurückkehren. Einige wurden mit Booten der Küstenwache in Sicherheit gebracht. Auch der beliebte Palmenstrand Preveli musste zeitweise geräumt werden.
Starker Wind macht Feuerbekämpfung unmöglich
Nach Angaben der tagesschau bleibt die Situation auf Kreta angespannt, da starke Winde immer wieder neue Brandherde entfachen. Der Bürgermeister von Agia Galini, Giannis Tatarakis, erklärte, die Löschflugzeuge könnten wegen des starken Windes bis Windstärke 12 nicht starten. Die Einsatzkräfte am Boden arbeiteten zwar effizient, doch durch den ständig wechselnden Wind sei die Lage unkontrollierbar. Am Mittwoch war das Feuer nahe des Bergortes Kria Vrisi ausgebrochen und hatte sich schnell auf einer Front von etwa 15 Kilometern ausgebreitet. Zwei Feuerwehrleute verloren dabei die Orientierung und starben.
Griechenland kämpft an mehreren Fronten gegen Brände
Während sich die Lage auf Kreta langsam beruhigt, kämpfen die Einsatzkräfte in anderen griechischen Regionen weiterhin gegen Brände. Besonders kritisch ist die Situation rund 60 Kilometer nordwestlich von Athen, wo sich die Flammen auf einer kilometerlangen Front ausbreiten. Örtlichen Medien zufolge mussten im Gebiet Agios Wasileios Hunderte Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht werden. Auch auf der Halbinsel Peloponnes, bei Archaia südlich von Patras, sowie auf den Inseln Paros, Kalymnos und Andros brennt es.
Türkei: Großbrände eingedämmt, aber noch nicht besiegt
In der Türkei sind die meisten großen Brände laut Behörden inzwischen unter Kontrolle. Landwirtschafts- und Forstminister Ibrahim Yumakli erklärte, dass die Großbrände an mindestens fünf Stellen eingedämmt worden seien. In den Provinzen Aydin und Balikesir kämpfen die Einsatzkräfte jedoch weiterhin gegen die Flammen. In Antalya, Mugla und Balikesir kamen insgesamt 65 Gebäude zu Schaden, wie die Nachrichtenagentur DHA meldete. In Mugla brannten rund 5.000 Hektar Wald- und Agrarfläche ab.
Mitsotakis warnt vor fahrlässigen Brandstiftungen
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis appellierte an die Bevölkerung, äußerste Vorsicht walten zu lassen. Er betonte, dass vor allem im August mit schwierigen Tagen zu rechnen sei und viele Brandausbrüche auf grobe Fahrlässigkeit zurückzuführen seien. Der Zivilschutz aktualisiert täglich eine Übersichtskarte, die die Waldbrandgefahr in den verschiedenen Regionen Griechenlands anzeigt.
Das Auswärtige Amt hat für keine griechische Region eine Reisewarnung ausgesprochen, rät aber zu Vorsichtsmaßnahmen. Reisende müssen mit Beeinträchtigungen der Infrastruktur rechnen, darunter Straßensperren und Umleitungen. Auch Ausfälle im Bahnverkehr sind möglich.