Polizei tötet mutmaßlichen Attentäter in Spandau – Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen
Bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau ist der mutmaßliche Täter des Anschlags am Rande des Christopher Street Days (CSD) getötet worden. Wie die Berliner Polizei mitteilte, soll der 21-jährige Abdul B. am Sonntagabend mit einer Stichwaffe auf Einsatzkräfte zugelaufen sein, woraufhin das SEK den Schusswaffengebrauch anwandte. Trotz Reanimationsversuchen der Feuerwehr verstarb er noch am Einsatzort. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag übernommen, wie eine Sprecherin der Karlsruher Behörde bestätigte.
Jugendstrafe wegen IS-Anschlagsplänen
Laut Generalstaatsanwaltschaft Berlin war Abdul B. bereits im Mai 2026 vom Jugendschöffengericht Tiergarten zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden, unter anderem wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Die Verurteilung war jedoch noch nicht rechtskräftig, da die Generalstaatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte. Wie der Tagesspiegel berichtet, hatte Abdul B. zuvor versucht, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen.
Dobrindt sieht keine akute Terrorgefahr mehr
Im Libanon war er dafür festgenommen und zu einer dreimonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im November 2025 wurde er am Flughafen BER erneut festgenommen und saß bis zu seiner Verurteilung in Untersuchungshaft. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) ging nach dem Tod des Tatverdächtigen von keiner weiteren Gefährdung aus, wie der Spiegel berichtet. Im ARD-Brennpunkt sagte Dobrindt, es gebe zwar eine weitere Person in Betrachtung, dies habe sich bisher jedoch nicht erhärtet. Dennoch gehe man von keiner akuten Gefahr aus.
Wegner kritisiert Bewährung trotz Vorstrafen
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigte sich erleichtert über die schnelle Festnahme des Tatverdächtigen und lobte die Arbeit der Ermittlungsbehörden. Gleichzeitig äußerte er im rbb Unverständnis über die Bewährungsstrafe, die Abdul B. trotz seiner Vorstrafen erhalten hatte. In Frankfurt am Main fand unterdessen eine Mahnwache zum Gedenken an die Opfer statt, zu der der CSD Frankfurt gemeinsam mit Fridays for Future aufgerufen hatte.