Ab Oktober dauern Fernfahrten zwischen Berlin und Hannover deutlich länger.
Ab dem 2. Oktober müssen Fahrgäste der Deutschen Bahn auf der Strecke zwischen Berlin und Hannover mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen. Wie der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung berichten, wird die Verbindung Berlin-Lehrte für rund 14 Monate vollständig gesperrt, um Weichen, Gleise und Oberleitungen zu erneuern. Während dieser Zeit werden alle Fernzüge über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet, was die Reisezeit um 80 Minuten verlängert. Betroffen sind insbesondere Verbindungen zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen, die über Hannover führen. Pro Zwei-Stunden-Zeitraum sollen jeweils drei Fernzüge pro Richtung fahren.
Stammbahn-Elektrifizierung verschoben bis 2027
Ursprünglich war geplant, dass ab dem Fahrplanwechsel im Dezember zumindest ein Teil der Züge über die parallel verlaufende Stammbahn fahren könnte. Doch wie die Bahn mitteilt, verzögert sich die Elektrifizierung dieser Ausweichstrecke um ein Jahr bis Dezember 2027. Unklar bleibt, wie es mit den Halten Stendal und Wolfsburg weitergeht – hier werden derzeit noch Halteoptionen geprüft, wie t-online.de berichtet.
Bahn setzt auf Ersatzbusse und Umleitungen
Für den Nahverkehr kündigt die Bahn ein „verlässliches Grundangebot“ an. Wo keine Züge fahren können, sollen Ersatzverkehre mit Bussen die Auswirkungen für Reisende abmildern. Auch der Güterverkehr wird umgeleitet, ab Ende Januar 2027 steht eine zusätzliche Umleitungsstrecke über Halle-Eichenberg zur Verfügung. Die Bahn betont, dass die Generalsanierung langfristig die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auf der hochbelasteten Strecke verbessern soll.
Kritik an Bahnsanierungen: Verzögerungen und Kosten
Die Süddeutsche Zeitung weise darauf hin, dass die Korridorsanierungen der Bahn bereits in der Vergangenheit für Kritik sorgten. So gab es bei ähnlichen Projekten Verzögerungen und höhere Kosten, ohne dass sich die Pünktlichkeit danach spürbar verbessert hätte. Bahnchefin Evelyn Palla hat angekündigt, das Konzept zu überprüfen und die Planung zu optimieren, um solche Probleme künftig zu vermeiden.
Berlin-Lehrte-Strecke: 27 Bahnhöfe und 6 Stellwerke
Die Strecke Berlin-Lehrte ist rund 227 Kilometer lang und eine der wichtigsten Verbindungen im deutschen Schienennetz. Neben der Sanierung der Schnellfahrstrecke werden auch 27 Bahnhöfe modernisiert und sechs Stellwerke grundlegend erneuert.