Polizei durchsucht 140 Objekte in Deutschland und Europa
Mit einem großangelegten Einsatz geht die Polizei seit Mittwochmorgen gegen ein internationales Geldwäsche-Netzwerk und Mitglieder der Rockergruppe „Hells Angels“ vor. Wie der Tagesspiegel unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, sind mehr als 1000 Einsatzkräfte in Deutschland und mehreren europäischen Ländern im Einsatz. Ziel der Razzia sind laut Polizei in Duisburg die Vollstreckung mehrerer Haftbefehle sowie die Durchsuchung von rund 140 Objekten. Die Staatsanwaltschaft Duisburg und das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität in NRW leiten die Ermittlungen federführend.
48,6 Millionen Euro beschlagnahmt bei Großrazzia
Nach Angaben der ZEIT und der Welt sollen Vermögenswerte in Höhe von 48,6 Millionen Euro beschlagnahmt werden. Die Ermittler werfen den 71 Beschuldigten unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberische Erpressung, bandenmäßigen Betrug und gewerbsmäßige Geldwäsche vor. Zudem gehe es um Waffendelikte, Körperverletzung und Steuerhinterziehung, wie die Ermittlungsbehörden mitteilten. Die Durchsuchungen finden nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Berlin und Bayern statt. Parallel dazu werden in Belgien, Bulgarien und den Niederlanden sieben weitere Objekte durchsucht.
SEK-Einsatz gegen Hells Angels in Duisburg
Ein dpa-Reporter beobachtete am Morgen einen großen Polizeieinsatz mit Spezialeinsatzkräften (SEK) an der Adresse eines einflussreichen „Hells Angels“-Mitglieds in Duisburg. Wie die Bild-Zeitung berichtet, laufen die Ermittlungen bereits seit über vier Jahren. Ausgangspunkt sei eine Schießerei auf dem Hamborner Altmarkt in Duisburg im Mai 2022 gewesen, bei der Rocker mit Mitgliedern einer türkisch-libanesischen Großfamilie aneinandergeraten waren.
Hells Angels im Fokus internationaler Geldwäsche
Die Allgemeine Zeitung bestätigt, dass sich die Razzia auch gegen Mitglieder der „Hells Angels“ richtet. Die Polizei betont, dass der Einsatz gegen ein internationales Netzwerk von Geldwäschern sowie eine kriminelle Vereinigung gerichtet sei. Die Ermittler heben hervor, dass der Fall die Verflechtung krimineller Gruppierungen im Bereich der Organisierten Kriminalität und der internationalen Wirtschaftskriminalität verdeutliche. Durch professionelle Verschleierungshandlungen würden erhebliche Geldbeträge in einen künstlichen Wirtschaftskreislauf geleitet und in Firmen oder Grundbesitz investiert.