Die unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, wirft der Bundesregierung vor, bei der Reform des Entgelttransparenzgesetzes untätig geblieben zu sein. Nach ihren Angaben drohen Deutschland nun erhebliche Geldstrafen im Rahmen eines Vertragsverletzungsverfahrens der EU-Kommission, weil neue Regeln zur Entgelttransparenz nicht fristgerecht eingeführt wurden.
Kritik an ausbleibender Reform
Die unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes Ferda Ataman sagte der „Rheinischen Post“: „Die Bundesregierung weiß seit fast drei Jahren, dass sie bis zum 7. Juni neue Regeln zur Entgelttransparenz eingeführt haben muss.“ Durch die Untätigkeit riskiere Deutschland erhebliche Geldstrafen in einem Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission.
Ataman verwies darauf, dass in kaum einem anderen europäischen Land Frauen im Durchschnitt schlechter verdienen würden als in Deutschland. „Frauen für gleiche oder gleichwertige Arbeit schlechter zu bezahlen ist falsch und schadet dem Wirtschaftsstandort Deutschland“, so Ataman weiter, wie die „Rheinische Post“ berichtete.
Unterstützung aus der Wirtschaft
Nach Angaben der Antidiskriminierungsbeauftragten sei auch die Wirtschaft mehrheitlich für die EU-Richtlinie. „Fast 60 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die Richtlinie positiv“, erklärte Ataman der „Rheinischen Post“. Eine deutliche Mehrheit sehe in ihr Chancen, da die bessere Vergleichbarkeit von Gehältern die eigene Personalplanung und das Vergütungssystem erleichtere.
EU-Vorgaben für mehr Entgelttransparenz
Laut einer EU-Richtlinie muss Deutschland beim Entgelttransparenzgesetz nachsteuern, um strukturelle Unterschiede zwischen Frauen und Männern zu verringern.
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