Nach den Attacken auf das Stromnetz verlangt Amprion-Chef Christoph Müller von der Politik mehr Freiheiten für Schutzmaßnahmen. Die Wirtschaft müsse zu viele Daten öffentlich zugänglich machen, was Angriffe erleichtere. Er plädiert für Lockerungen bei Transparenzpflichten, Drohnen- und Videoüberwachung.
Forderungen an Bund und Länder
Müller kritisiert, dass Unternehmen durch öffentliche Angaben zu Strom- und Gasnetzen "Rheinischen Post" Attentätern unnötig leicht machen. Er wünscht sich von der Bundesregierung eine Entschärfung der Transparenzvorschriften.
Zudem fordert er mehr Spielraum für den Einsatz von Drohnen und Videoüberwachung. "So machen wir es Attentätern unnötig leicht – egal, aus welcher Ecke sie kommen". Drohnen könnten regelmäßig Leitungen überwachen, doch der Bund müsste solche Überflüge erst erlauben. "Drohnen könnten regelmäßig Leitungen abfliegen und überwachen – das dürfen wir bislang nicht. Der Bund sollte solche Drohnenüberflüge erlauben".
Eingeschränkte Überwachungsmöglichkeiten
Aktuell darf Amprion mit Kameras nur das eigene Gelände überwachen, nicht die Umgebung. "Sonst bekommen wir gleich Post von den Datenschutzbeauftragten". Müller appelliert daher an Bund und Länder, die Videoüberwachung auf das Umfeld der Anlagen auszuweiten.
Vorbereitung auf weitere Anschläge
Müller rechnet mit weiteren Anschlägen und betont, man sei vorbereitet. "Damit müssen wir rechnen. Aber wir sind auf alles vorbereitet". Der Betrieb wurde sicherer aufgestellt, etwa durch verschobene Wartungsarbeiten und höhere Sicherheitsmargen – ähnlich wie bei einem angekündigten Orkan.
Amprion betreibt rund 180 Umspannwerke, darunter die in Bergheim und Dormagen, die von den jüngsten Vorfällen betroffen waren. "Es gibt zwar keinen hundertprozentigen Schutz, es kann immer etwas passieren. Aber wir müssen in der Lage sein, mit den Bedrohungen umzugehen. Und das können wir: Unsere Mannschaften sind immer einsatzbereit".