Chrupalla und Siegmund stimmen bei Veranstaltung in die DDR-Hymne ein.
Bei einer Podiumsdiskussion in Dessau-Roßlau haben der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla und der Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, gemeinsam mit mehreren Hundert Besuchern die DDR-Hymne „Auferstanden aus Ruinen“ gesungen. Ursprünglich war geplant, die deutsche Nationalhymne anzustimmen, doch der Kabarettist Uwe Steimle leitete stattdessen das Lied der ehemaligen DDR ein, wie die Ostdeutsche Allgemeine berichtet. Im Anschluss wurde auch die Nationalhymne der Bundesrepublik gesungen. Chrupalla und Siegmund lächelten und sangen teilweise mit, wie das Portal weiter schreibt.
AfD präsentiert radikales 100-Tage-Programm
Die Veranstaltung fand knapp zwei Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September statt. In aktuellen Umfragen liegt die AfD dort mit rund 40 Prozent deutlich vor der CDU. Siegmund hatte am Wochenende ein 100-Tage-Programm vorgestellt, das unter anderem mehr Abschiebehaftplätze, eine flächendeckende Arbeitspflicht für Asylbewerber und die Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags vorsieht.
AfD-Führung fordert Transparenz von Siegmund
Bei der Diskussion betonte Chrupalla, Siegmund trage im Falle einer Regierungsübernahme eine „Riesenverantwortung“ und müsse liefern. Die AfD wolle den Bürgern das Vertrauen geben, dass es mit ihr tatsächlich besser werde, so Chrupalla. Siegmund kündigte an, im Falle einer Regierungsbeteiligung transparent zu regieren und etwa Videos aus der Staatskanzlei zu veröffentlichen, damit die Bürger nachvollziehen könnten, was hinter den Kulissen geschehe. Chrupalla forderte von Siegmund vor allem bei Ausgaben klare Transparenz.
Brandmauer könnte nach AfD-Erfolg fallen
Die AfD wolle langfristig die Wähler an sich binden, dafür sei Ehrlichkeit nötig, sagte Chrupalla. Sollte die Partei Erfolg haben, könnte nach seiner Einschätzung die sogenannte Brandmauer der anderen Parteien fallen. Auch im Westen seien dann ähnliche Zustimmungswerte wie im Osten zu erwarten.
