Ein Sondertribunal in Den Haag hat Hashim Thaci zu 25 Jahren Haft verurteilt. Der ehemalige kosovarische Präsident und drei weitere UCK-Kommandanten wurden für Kriegsverbrechen während des Konflikts von 1998 bis 1999 schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte 45 Jahre Haft gefordert.
Urteil gegen Thaci und Mitangeklagte
Das Tribunal sah es als erwiesen an, dass Thaci für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich ist. Ihm wurden etwa 100 Morde an Kosovo-Albanern, Serben, Roma und politischen Gegnern vorgeworfen.
Alle Angeklagten bestritten die Vorwürfe. Thaci war von 2008 bis 2014 erster Ministerpräsident des Kosovo und von April 2016 bis November 2020 Präsident. Vor fast sechs Jahren trat er zurück, um sich dem Verfahren zu stellen.
Solidarität in Pristina
In der kosovarischen Hauptstadt versammelten sich am Mittwoch Tausende auf einem zentralen Platz. Viele schwenkten Flaggen, um ihre Unterstützung für die vier Männer zu zeigen, die in ihrer Heimat als Nationalhelden gelten.