Zwei Anwohner erkranken – Gesundheitsamt warnt vor eingeschleppten Mücken.
In Frankfurt am Main sind erneut zwei Menschen an Malaria erkrankt. Wie das Gesundheitsamt mitteilt, leben die Betroffenen im Stadtteil Schwanheim, etwa fünf Kilometer vom Flughafen entfernt. Beide haben keine Reisen in Malaria-Risikogebiete unternommen und arbeiten nicht am Flughafen. Die Behörde vermutet, dass eine eingeschleppte Anopheles-Mücke die Infektion verursacht hat, wie die hessenschau berichtet. Bereits im Sommer waren sechs Flughafenmitarbeiter erkrankt, zwei von ihnen starben. Auch damals wurde eine Übertragung durch eine mit Flugzeugen oder Fracht eingeschleppte Mücke angenommen.
Frankfurt warnt vor Mückenstichen
Das Frankfurter Gesundheitsamt rät der Bevölkerung nun zu verstärkten Schutzmaßnahmen. Dazu gehören der Einsatz von Repellentien, also abschreckenden Duftstoffen gegen Mücken, sowie das Tragen bedeckender Kleidung. In Wohnräumen können Fliegengitter das Risiko eines Stichs verringern, wie der Spiegel berichtet. Die Gefahr einer Ansteckung für die Allgemeinbevölkerung wird jedoch als sehr gering eingestuft, da die klimatischen Bedingungen in Deutschland für den Entwicklungszyklus von Mücke und Erreger ungünstig seien.
Zwei neue Malaria-Fälle in Frankfurt stationär
Die beiden neu Erkrankten werden stationär behandelt. Ob es einen Zusammenhang mit den vorherigen Fällen gibt, wird noch untersucht. Das Gesundheitsamt hat zudem eine Hotline für besorgte Bürger eingerichtet und das Mückenmonitoring auf Schwanheim ausgeweitet. Amtsleiter Peter Tinnemann betonte in der hessenschau, dass es sich um ein außergewöhnlich seltenes Ereignis handele. Dennoch rief er Ärzte und Bürger dazu auf, bei Symptomen wie Fieber oder Bauchbeschwerden an eine mögliche Flughafen-Malaria zu denken.
Flughafen-Malaria in Europa selten, aber zunehmend
Laut einer Studie, die im Fachjournal „Eurosurveillance“ veröffentlicht wurde, gab es in Europa von 1969 bis Anfang 2024 insgesamt 105 dokumentierte Fälle von Flughafen-Malaria, wie die Welt berichtet. Deutschland war mit neun Fällen betroffen, davon acht in Frankfurt. Die meisten dieser Infektionen traten in den Sommermonaten auf, da die Überlebenschancen der Mücken dann höher sind. Tropenmediziner Benno Kreuels vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sieht den zunehmenden Flugverkehr aus Malaria-Risikogebieten als eine der Hauptursachen für die Häufung solcher Fälle.