Wirtschaftsprofessor und Regierungsberater Jens Südekum unterstützt den Vorstoß des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für eine verpflichtende, kapitalgedeckte Betriebsrente. Auch in der SPD findet der Vorschlag für eine stärkere Rolle der Betriebsrenten in der Altersvorsorge Zustimmung, wobei das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rente nach Ansicht von Kritikern nicht leiden darf.
Offenheit für verpflichtende, kapitalgedeckte Betriebsrente
Der Wirtschaftsprofessor und Berater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Jens Südekum, zeigt sich offen für den Vorstoß des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für eine verpflichtende Betriebsrente. Im Zuge der anstehenden Rentenreform gehe es um den Aufbau einer verpflichtenden, kapitalgedeckten Betriebsrente, für die sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber ihren Beitrag leisten müssten, sagte Südekum dem „Handelsblatt“. Die Forderung von DGB-Chefin Yasmin Fahimi gehe daher „in die richtige Richtung“.
Zustimmung aus der SPD
Auch in der SPD stößt der Vorschlag auf Zuspruch. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Sebastian Roloff, sagte dem „Handelsblatt“, Betriebsrenten sollten in Zukunft eine noch stärkere Rolle bei der Altersvorsorge spielen, allerdings nicht zulasten des Sicherungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung. Jede Maßnahme, die für Betriebe zu stemmen sei, sei grundsätzlich interessant.
DGB verweist auf fehlende betriebliche Altersvorsorge
Der DGB fordert eine verpflichtende Betriebsrente für alle Beschäftigten. DGB-Chefin Yasmin Fahimi hatte dies damit begründet, dass rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland keine betriebliche Altersvorsorge hätten, häufig, weil sie in Betrieben ohne Tarifbindung arbeiteten. Die Gewerkschaften seien bereit, dies kollektiv für alle Beschäftigten zu regeln. Grundlage sollten Tarifverträge sein.
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