Aus Angst um sein Gepäck hat ein 46-jähriger Münchner eine lebensgefährliche Entscheidung getroffen – und damit einen Großeinsatz sowie erhebliche Zugverspätungen ausgelöst.
Panik am Bahnsteig
Der Mann war am Sonntag (26. April) mit dem ICE von Berlin in Richtung Amsterdam unterwegs. Am Hauptbahnhof Osnabrück stieg er für eine kurze Zigarettenpause aus. Als er zurückkehren wollte, schlossen sich bereits die Türen. In Sorge um sein Gepäck reagierte er panisch: Statt sich an das Bahnpersonal zu wenden, sprang er bei der Abfahrt des Zuges zwischen zwei Waggons auf ein schmales Trittbrett.
Gefährliche Fahrt zwischen den Waggons
Während der ICE bereits Fahrt aufnahm, hielt sich der Mann außen am Zug fest – eine extrem riskante Situation. Auf dem betroffenen Streckenabschnitt kann ein ICE Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h erreichen, grundsätzlich sind sogar deutlich höhere Geschwindigkeiten üblich. Eine aufmerksame Bahnmitarbeiterin bemerkte die gefährliche Lage rechtzeitig und löste Alarm aus. Der Zugführer reagierte sofort und leitete zwischen Laggenbeck und Ibbenbüren eine Schnellbremsung ein. Gemeinsam mit dem Zugchef entdeckte der Lokführer den Mann schließlich zwischen zwei Waggons. Er war zwar sichtlich geschockt, blieb aber körperlich unverletzt. Anschließend wurde er an die Bundespolizei übergeben.
Erhebliche Folgen für den Bahnverkehr
Der Vorfall blieb jedoch nicht ohne Auswirkungen: Insgesamt 12 Züge verspäteten sich, die Gesamtdauer der Verzögerungen summierte sich auf 266 Minuten. Die Bundespolizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts auf einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr aufgenommen. Die Behörden warnen eindringlich vor solchen Aktionen.
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