Eine internationale Studie der Universität Münster zeigt: Höhere Wasserstände in Mooren schwächen die Reaktion der CO2-Emissionen auf steigende Temperaturen ab. Die Forscher nutzten dafür den bisher größten Datensatz zu Moor-CO2-Budgets.
Zusammenhang zwischen Wasserstand und CO2-Freisetzung
Je tiefer der Wasserstand in Mooren liegt, desto stärker steigen die CO2-Emissionen bei höheren Temperaturen an. Das ergab die im Fachjournal "Nature Communications“ veröffentlichte Untersuchung. Ein höherer Wasserstand kann diesen Effekt abschwächen.
Die Analyse basiert auf 276 Standort-Jahren von 114 Mooren in gemäßigten und borealen Regionen, darunter auch Deutschland. Untersucht wurden natürliche Nieder- und Hochmoore sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen, Grasland und ehemalige Torfabbaugebiete. Da die Zusammenhänge nicht linear sind, setzten die Wissenschaftler Methoden des maschinellen Lernens ein.
Wasserstand als Hebel gegen CO2-Ausstoß
Die CO2-Freisetzung sinkt deutlich, wenn der Wasserstand von sehr niedrigen Werten auf weniger als 60 bis 75 Zentimeter unter der Mooroberfläche angehoben wird. Den stärksten Effekt erzielen Wasserstände von mindestens 20 Zentimetern unter der Oberfläche. Bei tiefen Wasserständen fällt die CO2-Freisetzung bei höheren Temperaturen besonders stark aus.
Ein zweiter Datensatz mit täglichen Messungen aus 113 Standort-Jahren bestätigte diese Ergebnisse. Erstautor Nicolas Behrens betonte, die Bedeutung des Wasserstands könne nicht unabhängig von der Temperatur betrachtet werden. Die Wiedervernässung entwässerter Moore werde mit fortschreitender Erwärmung noch wichtiger, um die temperaturbedingte Zunahme der CO2-Emissionen zu bremsen.
Eingeschränkter Fokus der Studie
In die Studie flossen ausschließlich CO2-Daten ein. Andere Treibhausgase wie Methan und Lachgas wurden nicht berücksichtigt.