Aufsichtsrat berät über Sparpläne – bis zu 100.000 Jobs betroffen
Der Volkswagen-Konzern steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Wie mehrere Medien berichten, berät der Aufsichtsrat am Donnerstag über massive Sparmaßnahmen, die bis zu 100.000 Stellen weltweit betreffen könnten. Das „Manager Magazin“ spricht sogar von einer Verdopplung der bisher geplanten Abbauzahlen. Betroffen wären nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch vier Werke in Deutschland: Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm. Die IG Metall reagiert mit bundesweiten Protestaktionen an allen Konzernstandorten, wie der NDR berichtet.
VW-Kundgebung zeigt massive Belegschaftsängste
In Osnabrück, wo die Produktion des T-Roc-Cabrio bereits 2025 endet, versammelten sich bereits rund 80 Menschen zu einer Kundgebung. Ein VW-Sprecher betonte zwar, man verstehe die Sorgen der Belegschaft, verwies aber auf einen „umfangreichen Zukunftsplan“, der den Konzern wettbewerbsfähiger machen solle. Doch die Kritik an den Plänen ist groß. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann warnt etwa davor, das Braunschweiger Werk, eines der ältesten des Konzerns, auszugliedern.
Jahrzehntelange Fehler treiben VW in die Krise
Die Krise sei das Ergebnis jahrelanger Managementfehler, so Hoffmann. Auch in der Region Zwickau wächst die Sorge. Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) bezeichnet eine mögliche Schließung als „unvorstellbar“ für Sachsen, wo VW der größte Industriearbeitgeber ist. Laut tagesschau.de wären allein dort 100.000 Menschen indirekt betroffen. Experten wie Branchenkenner Philipp Raasch sehen die Ursachen in der doppelten Belastung durch Verbrenner und E-Autos sowie verschlafenen Trends.
Blume will Kosten senken – doch Aufsichtsrat blockiert
Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, „jeden Stein umdrehen“ zu wollen, um die Kosten zu senken. Ob die Pläne im Aufsichtsrat eine Mehrheit finden, ist jedoch ungewiss. Das Land Niedersachsen, mit 20 Prozent an VW beteiligt, lehnt Werksschließungen ab, wie t-online.de berichtet. Zusammen mit den Arbeitnehmervertretern könnte dies eine Umsetzung erschweren.
