US-Präsident Donald Trump hat geplante Angriffe auf den Iran ausgesetzt. Voraussetzung sei ein zügiges Abkommen mit Teheran, erklärte er auf Truth Social. Die Grundzüge einer Einigung stünden bereits, darunter die Wiedereröffnung der Straße von Hormus.
Drohungen und Warnungen vor Eskalation
Trump drohte auf seiner Plattform, die USA seien "geladen und bereit", gegen den Iran vorzugehen – mit einer militärischen Härte, wie es sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben habe. Die Absage der Angriffe begründete er mit dem "künftigen Nutzen für die Welt" und dem Überleben eines "erfolgreichen und wohlhabenden Iran".
Die US-Regierung rief ihre Staatsbürger im Nahen Osten zur Wachsamkeit auf. Sie sollten darauf vorbereitet sein, die Region im Falle einer Eskalation zu verlassen. Flugausfälle, zeitweise Luftraumsperrungen und Reiseunterbrechungen seien möglich, hieß es in einem Sicherheitshinweis.
Hintergrund: Eskalation seit Februar
Die Beziehungen zwischen Washington und Teheran sind seit dem Scheitern einer Waffenruhe im April, die den Konflikt pausieren sollte, im Juni von wechselseitigen Angriffen geprägt. Erst in dieser Woche meldeten die USA eine "schwere Welle" von Vergeltungsschlägen nach einem versuchten Raketenangriff auf US-Soldaten.
Der US-Sender CBS hatte zuvor berichtet, die USA und Israel hätten eine der härtesten Bombenkampagnen gegen die iranische Energieinfrastruktur geplant. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, Kronprinz von Saudi-Arabien, äußerte Berichten zufolge in einem Telefonat mit Trump Besorgnis über die möglichen Angriffe.
Die USA haben iranische Häfen blockiert und Ziele im Land bombardiert. Der Iran beschoss US-Einrichtungen in mehreren Ländern der Region und attackierte Schiffe in der Straße von Hormus, einer zentralen Route für den weltweiten Öltransport. Die US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran hatten am 28. Februar begonnen und führten zu erheblichen Schwankungen der Ölpreise.
Teheran warf Washington am Samstag vor, die Lage zu verschärfen. Jeder Staat in der Region, der mit den USA kooperiere, werde "in den Flammen des Krieges aufgehen", hieß es aus der iranischen Hauptstadt. Eine direkte Reaktion auf Trumps Ankündigung stand zunächst aus.