In Lichterfelde wurde ein Neugeborenes tot aufgefunden. Die Polizei hat eine Verdächtige.
In einem Hinterhof der Berliner Thermometersiedlung in Lichterfelde ist am Mittwoch ein totes Neugeborenes entdeckt worden. Ein Passant alarmierte gegen 9.30 Uhr den Rettungsdienst, doch ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Säuglings feststellen, wie der rbb und der Tagesspiegel berichten. Das Baby lag auf dem Boden und war laut Polizeisprecher nur mehrere Stunden oder höchstens einen Tag alt. Die Nabelschnur hing noch am Körper, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Jugendliche als Tatverdächtige in Obhut
Die Staatsanwaltschaft und die Polizei teilten am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit, dass eine Jugendliche als Verdächtige ermittelt wurde. Es handele sich um die mutmaßliche Mutter des Kindes, deren Alter aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht genannt werde. Die Jugendliche sei in die Obhut eines Krankenhauses übergeben worden, wie rbb24 und Focus übereinstimmend melden. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass sich das Mädchen in einer psychischen Ausnahmesituation befunden haben könnte. Ein Haftbefehl soll derzeit nicht beantragt werden.
Ermittler sichern DNA-Spuren im Wohnkomplex
Während der Tagesspiegel berichtet, dass die Tatverdächtige laut „Bild“ 14 Jahre alt sein soll, verzichten rbb24 und Focus auf eine Altersangabe. Die Mordkommission und die Kriminaltechnik haben die Ermittlungen übernommen. Der Fundort in der Réaumurstraße wurde weiträumig abgesperrt, und rund 40 Beamte durchsuchten den Wohnkomplex. Kriminaltechniker sicherten DNA-Spuren und setzten Laserscanner ein, um die genauen Umstände des Fundes zu klären. Ob das Kind am Fundort abgelegt oder aus einem Fenster geworfen wurde, ist noch unklar.
Nachbarn schockiert über Fund in Plattenbausiedlung
Die Nachbarn zeigten sich geschockt, wie der Tagesspiegel schreibt. Von einer Schwangeren im Wohnkomplex wusste niemand zu berichten. Der Leichnam des Säuglings wurde am Mittwochnachmittag zur Obduktion in die Gerichtsmedizin gebracht. Die Thermometersiedlung, in der der Fund stattfand, ist eine Plattenbau-Großsiedlung mit rund 4600 Bewohnern.
