Eine 22-Jährige stirbt, fünf werden verletzt – Motiv und Täter unklar.
In der Nacht zum Sonntag ist es bei einem Technofestival auf der Pferderennbahn in Aarau im Schweizer Kanton Aargau zu mehreren Schussabgaben gekommen. Dabei wurde eine 22-jährige Italienerin mit Wohnsitz in der Schweiz getötet, wie die Kantonspolizei Aargau mitteilte. Fünf weitere Personen, darunter eine Deutsche, erlitten leichte bis schwere Verletzungen. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht, am Abend war niemand mehr in Lebensgefahr, wie die ZEIT unter Berufung auf die dpa berichtet. Die Polizei geht davon aus, dass die junge Italienerin ein Zufallsopfer war.
Drei Hypothesen zu den Schüssen im Aargau
Die Ermittler prüfen derzeit drei gleichrangige Hypothesen: Es könnte sich um einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu handeln, wie der Kommandant der Kantonspolizei Aargau, Oberst Michael Leupold, bei einer Pressekonferenz erklärte. Die Polizei fahndet intensiv nach dem oder den Tätern, die sich weiterhin auf der Flucht befinden. Ein Ende des Großeinsatzes sei nicht absehbar, so Leupold. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, das Gebiet zu meiden, um die Spurensicherung nicht zu behindern.
Zwei Kaliber am Tatort sichergestellt
Am Tatort wurden laut der Welt Projektile und Munitionsspuren von zwei verschiedenen Kalibern sichergestellt. Einsatzleiter Matthias Schildknecht bestätigte, dass es sich um Neun-Millimeter-Munition sowie um Hülsen handele, wie sie bei Langwaffen wie Sturmgewehren verwendet werden. Ob dies auf einen oder mehrere Täter hindeutet, ließ die Polizei offen. Auch die deutsche Polizei ist an den Fahndungsmaßnahmen beteiligt, wie n-tv unter Berufung auf einen Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg berichtet. Dies sei reine Routine in der grenznahen Zusammenarbeit.
Feuerwerk verdeckte Schüsse am Rave
Augenzeugen schilderten gegenüber Schweizer Medien, dass die Schüsse zunächst für ein Feuerwerk gehalten wurden. Erst als jemand „Alle runter!“ rief, sei die Gefahr erkannt worden. Die Besucher versteckten sich unter dem DJ-Pult, während eine Frau von einer Kugel getroffen wurde. Alle Anwesenden wurden später von der Polizei in eine Turnhalle gebracht. Der DJ der Veranstaltung, Tekibo, äußerte sich tief betroffen und kündigte an, sich für eine Zeit zurückzuziehen.
Rave mit 3500 Besuchern Ziel des Angriffs
Der Vorfall ereignete sich kurz nach Ende des Raves, zu dem rund 3500 Besucher erwartet worden waren. Zum Zeitpunkt der Schüsse hielten sich noch weit über 100 Personen auf dem Gelände auf. Die Veranstaltung fand auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins statt, etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Der Verein und die Veranstalter drückten ihr Mitgefühl für die Opfer und Angehörigen aus.