1,3 Millionen Wahlberechtigte entscheiden über die Zukunft des Landes.
In Mecklenburg-Vorpommern haben heute die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet. Rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte können von 8 bis 18 Uhr ihre Stimme abgeben. Erstmals dürfen auch 16- und 17-Jährige wählen, was knapp 30.000 zusätzliche Erstwähler bedeutet. Politikwissenschaftler Jochen Müller von der Universität Greifswald begrüßt die Absenkung des Wahlalters, wie der NDR berichtet. Studien zeigten, dass junge Wähler ihre Entscheidungen ähnlich ernsthaft treffen wie ältere Erstwähler. Zudem fördere die Wahlberechtigung das politische Interesse und die Wahrnehmung politischer Entscheidungen als persönlich relevant.
SPD und AfD liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen
Die Umfragen deuten auf ein enges Rennen zwischen SPD und AfD hin. Im ZDF-Politbarometer vom 18. September lag die SPD bei 37 Prozent, die AfD bei 36 Prozent. Auch die CDU, die Grünen und das BSW kämpfen um den Einzug in den Landtag, da sie knapp über oder unter der Fünf-Prozent-Hürde liegen. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die SPD in einer aktuellen Umfrage die AfD überholt habe, während die CDU weiter an Unterstützung verliere. Bei der letzten Landtagswahl 2021 erreichte die SPD 39,6 Prozent, die AfD 16,7 Prozent und die CDU 13,3 Prozent.
Wahlbeteiligung steigt – Hochrechnungen ab 15 Uhr
Die Wahlbeteiligung wird als hoch eingeschätzt. Erste Hochrechnungen werden ab 15 Uhr erwartet. Neben den klassischen Themen wie Bildung, Wirtschaft und Migration spielten im Wahlkampf auch bundesweite Themen wie die Spritpreise und die Rentenreform eine Rolle. Wer seine Wahlbenachrichtigung nicht erhalten hat, kann mit dem Personalausweis im Wahllokal wählen, wie der Oberbürgermeister von Neubrandenburg, Nico Klose, dem NDR bestätigte.
SPD fürchtet AfD-Sieg nach 28 Jahren Regierungszeit
Seit 28 Jahren regiert die SPD in Mecklenburg-Vorpommern mit wechselnden Koalitionspartnern. Aktuell führt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eine Koalition mit der Linken. Die AfD hofft, durch ihr starkes Ergebnis in Sachsen-Anhalt weitere Wähler mobilisieren zu können, wie der NDR berichtet. Die SPD hat ihren Wahlkampf auf die Verhinderung einer AfD-Regierung zugespitzt.
19 Parteien kämpfen um 71 Landtagssitze
Insgesamt treten 19 Parteien mit Landeslisten an. Die 71 Sitze im Landtag werden über Direktmandate und Landeslisten vergeben. Sollte eine Partei mehr Direktmandate erringen, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis zustehen, wird der Landtag durch Ausgleichsmandate aufgestockt.