2,5 Millionen Wahlberechtigte, erstmalig 16-Jährige dabei
Am 20. September 2026 wählen rund 2,5 Millionen Berlinerinnen und Berliner ein neues Abgeordnetenhaus. Parallel dazu finden die Wahlen zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) statt. Erstmals dürfen dabei auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben, wie der Tagesspiegel berichtet. Diese Regelung galt bereits bei den BVV-Wahlen, wird nun aber auf die Landtagswahl ausgeweitet. Insgesamt sind etwa 55.000 junge Menschen neu wahlberechtigt, was rund zwei Prozent der Wahlberechtigten entspricht, so die Märkische Oderzeitung (MOZ).
Ein Stimmzettel für Erst- und Zweitstimme
Eine weitere Neuerung betrifft die Wahlzettel: Erstmals müssen die Wählerinnen und Wähler nur noch einen Stimmzettel ausfüllen, auf dem sowohl die Erst- als auch die Zweitstimme abgegeben werden. Bisher waren dafür zwei separate Zettel nötig, wie der Tagesspiegel erklärt. Die Erststimme entscheidet über die Direktmandate in den 78 Wahlkreisen, während die Zweitstimme die Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus bestimmt. Parteien benötigen mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen, um ins Parlament einzuziehen.
17 Parteien kämpfen um Berliner Wähler
Bei dieser Wahl treten 17 Parteien an, deutlich weniger als bei der Wiederholungswahl 2023, als noch 33 Parteien um die Gunst der Wähler buhlten. Der Wahlkampf war geprägt von Themen wie hohen Mieten, der Vergesellschaftung von Wohnraum und der Sicherheit in der Stadt, wie rbb24 berichtet. Auch der Nahost-Konflikt und Antisemitismus spielten eine zentrale Rolle in den Debatten. Die Umfragen zeigen ein enges Rennen: Die Linke liegt mit 21 Prozent knapp vor der CDU (20 Prozent), gefolgt von AfD (18 Prozent), Grünen (16 Prozent), SPD (12 Prozent) und BSW (4 Prozent).
Neue Köpfe in der Berliner Spitzenpolitik
Der amtierende Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) trat nicht erneut an, nachdem sein Krisenmanagement beim Stromausfall im Januar 2026 stark kritisiert worden war. Stattdessen führt Finanzsenator Stefan Evers die CDU in den Wahlkampf. Die Linke geht mit Elif Eralp als Spitzenkandidatin ins Rennen, die im Falle eines Sieges die erste Regierende Bürgermeisterin mit Migrationshintergrund werden könnte. Die Grünen treten mit einer Doppelspitze an, während die SPD Steffen Krach als Kandidaten aufstellt.
Berlin wählt – Polizei im Großeinsatz
Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet, und es gibt über 1.500 Briefwahllokale in der Stadt. Die Wahlprognose wird um 18 Uhr veröffentlicht, erste Teilergebnisse sind am späteren Abend zu erwarten. Ein vorläufiges Ergebnis wird voraussichtlich in der Nacht zu Montag bekanntgegeben, wie rbb24 mitteilt. Die Berliner Polizei ist mit rund 1.100 Einsatzkräften im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.