Der Drogen- und Suchtbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), fordert deutlich höhere Steuern auf Alkohol und Tabak. Gemessen an den verursachten Schäden seien diese Produkte in Deutschland zu billig, sagte er der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). Unterstützung erhält er von Ärzten, die vor erheblichen Gesundheitsgefahren und hohen Kosten für das Gesundheitssystem warnen.
Streeck fordert Steuern nach Verursacherprinzip
Der Drogen- und Suchtbeauftragte der Bundesregierung Hendrik Streeck (CDU) dringt auf höhere Steuern für Alkohol und Tabak. Gemessen an den Schäden, die sie verursachten, seien Tabak und Alkohol in Deutschland zu billig, sagte Streeck der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe).
Die Gewinne entstünden beim Verkauf, die Folgekosten landeten später bei allen, den Versicherten, Arbeitgebern, Familien, in den Kliniken und im Gesundheitssystem, so Streeck gegenüber der „Rheinischen Post“. Deshalb brauche es höhere Steuern auf Tabak und Alkohol nach dem Verursacherprinzip. „Das sei keine Symbolpolitik, sondern faire Prävention“, wird Streeck von der Zeitung zitiert.
Höhere Preise schützten besonders junge Menschen vor dem Einstieg und helfen, langfristig Krankheitskosten zu senken, sagte Streeck der „Rheinischen Post“. Ein Verlust von möglichen Steuereinnahmen dürfe kein Gegenargument sein, da ein Staat nicht darauf bauen dürfe, dass Menschen rauchen, trinken, krank werden und früher sterben.
Schwarzmarkt kein Hinderungsgrund
Auch eine mögliche Verschiebung hin zu einem größeren Schwarzmarkt sei für den Drogen- und Suchtbeauftragten kein Gegenargument. „Natürlich müssen wir den Schwarzmarkt ernst nehmen, aber wir dürfen nicht hinnehmen, dass ein Regelbruch zu einem Vetorecht wird. Gesundheit muss sich stärker lohnen als Krankheit. Das muss der politische Auftrag sein“, sagte Streeck der „Rheinischen Post“.
Ärzteschaft unterstützt Forderung
Auch Ärzte mahnen eine höhere Tabak- und Alkoholsteuer an. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, sagte der „Rheinischen Post“: „Aus gesundheitspolitischer Sicht ist eine höhere Besteuerung von Tabak- und Nikotinprodukten richtig und notwendig.“ „Rauchen bleibt eine der größten vermeidbaren Gesundheitsgefahren“, so Reinhardt weiter in der Zeitung.
Allein die Behandlung tabakbedingter Erkrankungen koste das Gesundheitswesen rund 30 Milliarden Euro im Jahr, sagte Reinhardt der „Rheinischen Post“. Jeder Mensch, der nicht zu rauchen beginne oder rechtzeitig aufhöre, entlaste das Gesundheitssystem, betonte der Präsident der Bundesärztekammer.
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