Diesel und Benzin werden teurer, doch neue Hilfen für Autofahrer sind nicht in Sicht.
Die Spritpreise in Deutschland steigen seit Anfang Juli deutlich an. Wie der ADAC mitteilt, kostete Superbenzin der Sorte E10 am vergangenen Sonntag im bundesweiten Durchschnitt 2,152 Euro pro Liter, Diesel lag bei 2,177 Euro. Damit hat sich Diesel binnen zwei Wochen um 23 Cent verteuert, während E10 nur noch wenige Cent von seinem Rekordniveau entfernt ist. Als Hauptgrund gilt der seit Monatsbeginn stark gestiegene Ölpreis, der durch die Spannungen im Nahen Osten und die Lage an der Straße von Hormus zusätzlich belastet wird. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnten die bisherigen Preisrekorde bei E10 überschritten werden, wie der ADAC warnt. Diesel bleibt dagegen noch deutlich unter seinem Höchststand von 2,447 Euro pro Liter im April dieses Jahres.
Regierung lehnt neue Entlastungen ab
Die Bundesregierung sieht derzeit keinen Handlungsbedarf. Regierungssprecher Stefan Kornelius betonte in Berlin, dass man die Entlastungsmaßnahmen beendet habe und momentan keine neuen plane. Mit den Preisschwankungen werde man noch eine Weile leben müssen, so Kornelius. Die Koalition beobachte die Lage zwar genau, sehe aber keine Notwendigkeit für weitere Schritte. Dies bestätigen auch Berichte der ZEIT und der Tagesschau, die sich auf Aussagen des Regierungssprechers berufen.
Tankrabatt kostete 1,6 Milliarden Euro
Der Tankrabatt, der im vergangenen Jahr für 16,7 Cent pro Liter galt, kostete den Bund nach Schätzungen des Finanzministeriums rund 1,6 Milliarden Euro. Vertreter der Bundesregierung und der Koalitionsfraktionen haben bereits deutlich gemacht, dass eine Neuauflage nicht geplant ist. Innerhalb der SPD gibt es jedoch Forderungen nach einem Spritpreisdeckel, um die Belastung für Verbraucher zu begrenzen. Der Tankrabatt sei zwar zu etwa 80 Prozent an die Autofahrer weitergegeben worden, wie das Bundeskartellamt feststellte, doch seine Wirkung sei wenig zielgenau und sehr teuer gewesen, wie ZDF-Wirtschaftsexperte Neuhann analysiert.
Spritpreise sinken leicht vor Ferienbeginn
Am Montagmorgen zeigten sich die Spritpreise leicht rückläufig. Um 10 Uhr waren sowohl Diesel als auch E10 minimal günstiger als am Vortag. Ein Grund könnte die leichte Entspannung beim Ölpreis sein, nachdem der Iran eine mögliche Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den USA angedeutet hatte. Zudem spielt der Ferienverkehr eine Rolle, der die Nachfrage an den Tankstellen um bis zu zehn Prozent steigert, wie der ADAC mitteilt. Besonders betroffen sind Reiserouten in Richtung Alpen, Süddeutschland sowie Nord- und Ostsee.
