Heftige Unwetter verursachen massive Schäden in mehreren Bundesländern.
Heftige Gewitter haben am Mittwochabend und in der Nacht zum Donnerstag in Hessen und Rheinland-Pfalz schwere Schäden angerichtet. Besonders betroffen war der Wetzlarer Stadtteil Münchholzhausen, wo eine Windhose Dächer abdeckte und Bäume entwurzelte. Wie die Tagesschau berichtet, wurden rund 60 Häuser beschädigt, einige Dächer flogen bis zu 100 Meter weit. Auch in Solms-Oberndorf machte ein Tornado mehrere Häuser unbewohnbar, wie die hessenschau mitteilt.
Ortskern wegen Sturmgefahr gemieden
Die Solmser Bürgermeisterin Katharina Didlapp sprach von schrecklichen Zuständen und bat Anwohner, den Ortskern zu meiden. In Laubach (Landkreis Gießen) musste ein Flüssiggastank wegen eines umgestürzten Baumes abgepumpt werden, Anwohner wurden vorsorglich evakuiert, wie die FAZ berichtet. Die Polizei betonte, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe, dennoch sei der Bereich im Umkreis von 200 Metern geräumt worden.
Sturm reißt Häuserwände ein und blockiert Straßen
In Höhr-Grenzhausen (Rheinland-Pfalz) riss der Sturm Wände aus Häusern, und in Bannberscheid wurden Teile einer Hallenfassade weggeweht. Zudem fiel großflächig der Strom aus, und auf der A61 stürzte ein Lastwagen wegen Sturmböen um. In Offenbach wehte der Wind Stahlplatten von einer Baustelle auf die Berliner Straße, die daraufhin gesperrt wurde. Die Feuerwehr Frankfurt verzeichnete zwischen 20:30 und 22:30 Uhr über 50 Einsätze, vor allem wegen Sachschäden.
Lahntal: Region mit häufigen Tornados
Auf den Gleisen zwischen Siegburg/Bonn und Montabaur kam es zu Beeinträchtigungen, da Gegenstände auf der Strecke lagen. Meteorologe Martin Gudd erklärte gegenüber der hessenschau, dass die Region Lahntal zu einer Art „Tornadoallee“ gehöre, in der alle ein bis zwei Jahre Tornados auftreten. Grund sei die besondere Topografie, die Gewitterwolken in Rotation versetze.