Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat die innerparteiliche Debatte in der CDU über den früheren Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn scharf kritisiert. Schulze bemängelte vor allem den Ton einzelner Wortmeldungen und verteidigte zugleich das Recht Spahns und seines Mannes, eine Familie zu gründen. Zugleich würdigte er Spahns Bedeutung für die CDU und verwies auf die durch dessen Rücktritt entstandene Lücke.
Kritik am Umgang der CDU mit Jens Spahn
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze kritisiert den Umgang in der CDU mit dem Fall des ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn. Auch für Spahn gelte, dass Politik glaubwürdig sein müsse, er sei aber „verwundert“ über die Wortwahl von einzelnen Kritikern, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Manche Wortmeldungen gingen in der Art und Weise weit über das hinaus, was gerechtfertigt gewesen wäre, auch wenn man in der Sache unterschiedlicher Meinung ist, so Schulze.
Er verwies dabei auch auf die persönliche Dimension der Debatte. Er selbst habe drei Kinder und stelle sich vor, dass das Kind von Jens Spahn als junger Erwachsener nachlese, wie in den vergangenen Tagen diskutiert worden sei. „Manche Wortmeldungen kann man interpretieren in die Richtung: Es wäre besser, wenn dieses Kind gar nicht geboren worden wäre. Das geht definitiv zu weit.“
Debatte um Familiengründung und Rücktritt
Schulze bekräftigte, dass es auch Spahn und seinem Mann zustehe, sich über die Gründung einer Familie Gedanken zu machen. Es habe in der Bevölkerung aber viel Kritik und negative Rückmeldungen gegeben, etwa den Vorwurf der Doppelmoral. Deswegen sei er froh, dass Spahn die Situation schnell durch seinen Rücktritt aufgelöst habe.
Bedeutung Spahns für die CDU-Fraktionsspitze
Mit Blick auf die künftige Fraktionsspitze wünscht sich Schulze eine lückenlose Fortführung von Spahns Rolle: Spahn habe eine sehr wichtige Rolle gespielt, weit über das hinaus, was in der Öffentlichkeit bekannt sei. „Für uns CDU-Landeschefs und Ministerpräsidenten lief der Kontakt zum Bund oft auch über Jens Spahn. Das ist also eine Lücke, die gefüllt werden muss.“
