Schwerverletzter Jugendlicher: Beamte hielten Waffe für echt
In München-Schwabing ist ein 14-Jähriger bei einem Polizeieinsatz durch einen Schuss in den Oberkörper schwer verletzt worden. Der Jugendliche hatte am Dienstagabend auf offener Straße mit einer Pistole hantiert, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die Welt berichten. Als Zivilbeamte ihn aufforderten, die Waffe fallen zu lassen, drehte er sich mit der Waffe in der Hand zu den Polizisten um. Daraufhin feuerte ein Beamter einen Schuss ab.
Softair-Waffe täuschte echte Pistole
Später stellte sich heraus, dass es sich um eine Softair-Waffe handelte, die einer echten Beretta-Pistole 92 täuschend ähnlich sah. Die Beamten leiteten sofort Erste Hilfe ein und alarmierten den Rettungsdienst. Der Jugendliche wurde operiert und befindet sich in stabilem Zustand, wie Polizeisprecher Thomas Schelshorn mitteilte. Das Bayerische Landeskriminalamt prüft die Rechtmäßigkeit des Schusses, die Staatsanwaltschaft hat Vorermittlungen eingeleitet.
Beamter entgeht Ermittlungen als Zeuge
Gegen den schießenden Beamten wird nicht ermittelt, er hat Zeugenstatus. Der Jugendliche, der mit seinen Eltern 2023 nach Deutschland kam und dessen Asylantrag abgelehnt wurde, ist bereits polizeilich bekannt. Gegen ihn wird wegen Bedrohung der Beamten ermittelt. Laut Welt-Informationen geht es dabei um ein Gewaltdelikt von eher geringem Schweregrad.
Polizeieinsatz blockierte stundenlang Straßen
Die Softair-Waffe war von einer scharfen Waffe kaum zu unterscheiden, wie Schelshorn betonte. Lediglich eine schmale rote Umrandung an der Mündung hätte ein Hinweis sein können, doch diese sei kaum sichtbar gewesen. Der Vorfall ereignete sich an der Ecke Clemensstraße/Belgradstraße, wo das Gelände stundenlang abgesperrt wurde. Rund 80 Polizeibeamte waren im Einsatz, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte.