Es war der Tag, auf den die Lila-Weißen ihre gesamte Saison hingearbeitet hatten. Der VfL Osnabrück hat im letzten Heimspiel der Drittliga-Spielzeit den Meisterpokal in Empfang genommen und sich gleichzeitig unter anderem von Bashkim Ajdini und Robert Tesche verabschiedet, die beide ihre Karriere beenden. Sportlich blieb das 1:1 gegen den feststehenden Absteiger SSV Ulm 1846 dabei zur Nebensache.
Cheftrainer Timo Schultz nutzte das vorletzte Saisonspiel zur Rotation und brachte gleich sechs neue Spieler in die Startelf. Ajdini, Pröger, Kehl, Wiethaup, Karademir und Tesche begannen für Kammerbauer, Lesueur, Henning, Kopacz, Janotta und Jacobsen. Vor Anpfiff hatte der VfL zudem gleich neun Akteure verabschiedet: Neben den Karriere-Endern Tesche und Ajdini liefen die Leihen von Kania und Christensen ab. Auch Ihorst und Karademir wurden verabschiedet, ebenso Remberg, der sich Bocholt anschließt, und Wiethaup, der zum KSC wechselt. Kehl wurde ebenfalls verabschiedet – hier laufen Gespräche über ein neues Engagement des Mittelfeldmanns aber noch.
Chessa schockt die Brücke – Kehl gleicht eiskalt aus
Sportlich begann die Begegnung munter. Ulm hatte durch einen Flugkopfball von Löder die erste Chance (3.), auf der Gegenseite scheiterte Pröger nach einer Kehl-Flanke per Kopfball (5.). Anschließend zeigten sich die Spatzen über weite Strecken der ersten Halbzeit als das aktivere Team. Die größte VfL-Möglichkeit vergab Pröger in der 20. Minute: Nach einem mustergültigen Flachpass von Meißner traf der Mann mit der Rückennummer 10 freistehend auf Höhe des Elfmeterpunkts den Ball nicht, weil Dressel im letzten Moment noch dazwischen kam.
In der 26. Minute belohnten sich die Gäste schließlich für ihren guten Auftritt. Chessa schickte Löder rechts in den Strafraum, dessen scharfen Pass vor das Tor verwertete er kurz darauf selbst aus kurzer Distanz zum 0:1. Die Gastgeber taten sich danach weiter schwer. Tesche hatte in der 36. Minute zwar eine Doppelchance, doch erst wurde sein Schuss geblockt, dann streifte der Nachschuss das Außennetz. Kurz vor der Pause schlugen die Lila-Weißen dann doch noch zu: Pröger machte über die linke Seite Dampf und flankte nach innen. Westermeier tauchte unglücklich unter dem leicht abgefälschten Ball hindurch, sodass Lars Kehl frei zum Abschluss kam und aus neun Metern gegen die Laufrichtung von Ortag zum 1:1 traf (44.).
Ajdini und Tesche verabschieden sich unter Spalierjubel
Die zweite Halbzeit hielt die emotionalste Szene des Nachmittags bereit. In der 52. Minute wechselte Schultz Bashkim Ajdini und Robert Tesche aus, die beide nach der Saison ihre Karriere beenden. Die Mitspieler standen Spalier, während die beiden Routiniers unter großem Jubel der Heimkulisse den Rasen verließen. Für Tesche kam Bjarke Jacobsen, für Ajdini Luc Ihorst.
Sportlich blieb es ein zähes Ringen. Der VfL übernahm zwar zunehmend die Spielkontrolle, blieb im letzten Drittel aber zu harmlos. Auf der anderen Seite konnten die Donaustädter keinen ihrer Konter ins Ziel bringen. So passte Jonsson in der 56. Minute auf, als El-Zein Röser per Steckpass in die Tiefe schickte, und schlug den Ball vor dem Stürmer weg. In der 75. Minute war der VfL-Schlussmann auch beim Distanzschuss von Brandt aus 13 Metern zur Stelle. Auch die in der Schlussphase eingewechselten Badjie und Christensen brachten keine Wende mehr. In der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte Ulm durch einen Seegert-Kopfball nach einer Ecke die letzte Chance, doch der Ball flog deutlich über das Tor von Jonsson. Kurz darauf beendete der Schiedsrichter die Partie.
Im Anschluss folgte der Moment, der diesen Nachmittag prägen sollte: die offizielle Übergabe des Meisterpokals durch den DFB. Bereits zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte hielten die Lila-Weißen die Trophäe der 3. Liga in den Händen – damit sind sie alleiniger Rekordmeister der Spielklasse. Für die Mannschaft von Timo Schultz steht in einer Woche noch das Saisonfinale beim VfB Stuttgart II auf dem Programm. Dann endet endgültig eine Saison, die mit Aufstieg, Meisterschaft und Pokalübergabe an der Bremer Brücke schon jetzt zahlreiche Höhepunkte erreicht hat.